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VÖP fordert Enquete des dualen Rundfunkmarktes ProsiebenSat1Puls4-Gruppe/Bernhard Eder

Für den stv. VÖP-Vorstandsvorsitzenden Markus Breitenecker ist die Führung eines Privatsenders unter dieser Wettbewerbssituation nahezu unmöglich.

ProsiebenSat1Puls4-Gruppe/Bernhard Eder

Für den stv. VÖP-Vorstandsvorsitzenden Markus Breitenecker ist die Führung eines Privatsenders unter dieser Wettbewerbssituation nahezu unmöglich.

Redaktion 09.05.2016

VÖP fordert Enquete des dualen Rundfunkmarktes

Nach dem kurzzeitigen Aus von ServusTV fordert der VÖP eine Reform des TV-Marktes in Österreich.

WIEN - Der Verein der Privatsender (VÖP) fordert, nach dem kurzzeitig angekündigten Aus von ServusTV, eine Reform des Rundfunkmarktes. Man begrüße den Entschluss den Sender weiterzuführen, dennoch wird von den VÖP-Verantwortlichen eine Enquete gefordert, denn es zeige wie fragil der duale Rundfunkmarkt in Österreich noch immer sei, so der VÖP in einer Aussendung am Montag.

Markus Breitenecker, stellvertretender VÖP-Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Puls 4, erläutert die Situation privater TV-Sender in Österreich folgendermaßen: „Wir befinden uns in einem hochkompetitiven Umfeld: Auf der einen Seite der ORF, der mit 600 Millionen Euro pro Jahr vom Staat unterstützt wird und trotzdem sowohl bei seiner Programmgestaltung in der Prime Time als auch in der Vermarktung wie ein Privatsender agiert.“  Auf der anderen Seite seien internationale Mediengiganten wie YouTube oder Facebook, die keinen gesetzlichen Regelungen nicht unterlägen und dadurch und durch Skaleneffekte enorme Vorteile hätten, so Breitenecker weiter. „In dieser Wettbewerbssituation ist es äußerst schwierig, teilweise sogar unmöglich, einen Privat-TV Sender kommerziell erfolgreich zu führen.“, erklärt der Puls 4-Chef.

Auch für Corinna Drumm, Geschäftsführerin des VÖP, ist eine Reform der Rundfunkrahmenbedingungen alternativlos: „Das kurzzeitig drohende, nun glücklicher-weise abgewendete Ende von ServusTV ist ein Warnschuss, durch den die schwierige wirtschaftliche Situation für Privat-TV in den Fokus gerückt ist.“ Der private Rundfunk in Österreich brauche deshalb bessere Entwicklungschancen. Nur dann sei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Sektor möglich, so Drumm, „und nur dann kann eine pluralistische Medienlandschaft langfristig abgesichert werden.“

Ernst Swoboda, Vorstandsvorsitzender des VÖP und Geschäftsführer von Kronehit, sieht dringenden Handlungsbedarf für die österreichische Medienpolitik: „Der duale Rundfunkmarkt ist in Österreich weiterhin unterentwickelt. Der ORF dominiert aufgrund seiner Privilegien auch nach fast 20 Jahren noch immer den Markt, während die Entwicklungsmöglichkeiten für privaten Rundfunk weiterhin sehr beschränkt sind.“ Daher seien konkrete Maßnahmen zur Stärkung des dualen Rundfunks in Österreich dringend notwendig, so der VÖP-Vorsitzende. „Dazu regen wir an, zeitnah eine Enquete unter Einbeziehung von nationalen und internationalen Experten zu veranstalten.“ Ziel dieser Enquete solle es sein, moderne und den internationalen Standards entsprechende Rahmenbedingungen für den österreichischen Rundfunkmarkt zu definieren, fordert Swoboda. „Das beginnt bei einer zeitgemäßen Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und reicht über die qualifizierte Verteilung dieser Finanzierung auf Anbieter öffentlich-rechtlicher Inhalte bis hin zu einem eindeutigen und angemessenen Programmauftrag für den ORF.“

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