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Vorarlberger Russmedia-Konzern feiert 100-jähriges Jubiläum © APA/Helmut Fohringer

Eugen Russ

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Eugen Russ

Redaktion 01.07.2019

Vorarlberger Russmedia-Konzern feiert 100-jähriges Jubiläum

Eugen Ruß kaufte 1919 eine Buchdruckerei in Bregenz und den Verlag der "VN"-Vorgängerin "Vorarlberger Landeszeitung" - internationales Medienunternehmen feiert mit Tag der offenen Tür in Schwarzach.

BREGENZ. Mit dem Erwerb einer Buchdruckerei legte Eugen Ruß, Großvater von Eugen A. Russ, im Juli 1919 den Grundstein für das heutige Medienunternehmen Russmedia. Seinen 100. Geburtstag begeht der Konzern am Samstag, den 6. Juli 2019, mit einem Tag der offenen Tür am Sitz in Schwarzach (Bezirk Bregenz), bei dem Print-, Radio- und Online-Redaktionen sowie die Druckerei für die Besucher zugänglich sind.

Am 14. Juli 1919 kaufte der 1877 geborene Eugen Ruß mit der Buchdruckerei in Bregenz auch den Verlag der "Vorarlberger Landeszeitung", der Vorgängerin der "Vorarlberger Nachrichten" ("VN"). Ruß wurde zum verantwortlichen Schriftleiter der Landeszeitung. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten übersiedelte die Firma 1929 in die Bregenzer Kirchstraße, wo ein ehemaliges Gasthaus zur Druckerei umgebaut wurde.

Nachdem die Nationalsozialisten das Blatt 1938 verboten, erschien die Tageszeitung am 1. September 1945 wieder, anfangs als Lizenzblatt der französischen Besatzung und Dreiparteienblatt von SPÖ, ÖVP und KPÖ. Ruß setzte schließlich durch, dass die "Vorarlberger Nachrichten" mit 16. November 1945 als parteiunabhängige Zeitung starten durften. Ruß fungierte in der Folge als Herausgeber und Verleger, sein Sohn Toni Ruß als Unternehmensleiter und Chefredakteur.

Nach dem Tod von Eugen Ruß 1962 übernahm Toni Ruß die Geschäfte und machte das Unternehmen zum Vorarlberger Marktführer, er starb jedoch 1969. Zunächst wurde seine Frau Rosa Ruß Herausgeberin, sein Schwager Richard Kempf kaufmännischer Leiter. Bereits 1981 trat Eugen A. Russ mit Anfang 20 ins Unternehmen ein, 1983 wurde er Geschäftsführer und "VN"-Chefredakteur. Er übernahm das Wochenblatt "Wann & Wo" (1984), die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" (1990) und entwickelte den Verlag auch in technischer Hinsicht - die "VN" erschienen 1993 als nach eigenen Angaben erste Tageszeitung der Welt durchgehend vierfarbig - zu einer breit aufgestellten, innovativen Mediengruppe weiter.

Schon früh setzte das Unternehmen auf das Digitale. Im Herbst 1995 ging das regionale Internet-Portal VOL.AT online, über die Tochter Teleport (heute Russmedia IT) bot das Unternehmen auch Breitband-Internet über Kabel-TV und regionale Festnetz-Telefonie. 1996 bezog das Vorarlberger Medienhaus ein neues Verlagsgebäude neben dem Druckzentrum in Schwarzach. 1998 ging das Privatradio Antenne Vorarlberg on air.

Im selben Jahr startete Eugen A. Russ mit der Übernahme der Funk Verlag GmbH (Inform, heute Russmedia CEE) in Ungarn das Engagement der Gruppe in Ungarn und Rumänien mit regionalen Nachrichtenportalen und Zeitungen, später Kleinanzeigen- und Nischenportalen sowie Job-Börsen. 2017 verabschiedete man sich von den osteuropäischen Zeitungen, um sich auf digitale Angebote zu konzentrieren.

Zugleich wurden alle digitalen Aktivitäten der Gruppe in der Russmedia Digital Holding gebündelt. Dass die Gruppe in dem Bereich ihr Wachstumspotenzial sieht, zeigt sich auch mit dem Einstieg von Eugen B. Russ (33), dem Sohn von Eugen A. Russ, in die Leitung der Russmedia International AG und die Gruppenholding zum 1. Oktober 2018. Mit ihm trat die vierte Generation in die Geschäftsführung ein.

Die Russmedia International AG investiert in digitale Marktplätze und stark wachsende Start-Ups, zum Portfolio gehören etwa der Skiverleiher "alpinresorts.com", das Mietportal "erento", das Kleinanzeigenportal "quoka.de", das ungarische Job-Portal CVOnline.hu und das Kleinanzeigen-Portal Publi24.ro sowie Beteiligungen an Startup-Plattformen wie "der brutkasten", "startup300" oder "trending topics".

Heute bezeichnet sich Russmedia als "progressivstes Multi-Nischen-Medienunternehmen Europas" und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter, davon 500 ausschließlich im digitalen Bereich, an 14 Standorten in Europa. (red)

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