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Was letztlich zählt, ist der Mensch © Martina Berger (2)

„Na und.” Der Titel der Kampagne „Down-Syndrom. Na und.” spiegelt die Botschaft wider. Echte Inklusion soll nicht nur ein Versprechen sein, sondern gelebt werden.

© Martina Berger (2)

„Na und.” Der Titel der Kampagne „Down-Syndrom. Na und.” spiegelt die Botschaft wider. Echte Inklusion soll nicht nur ein Versprechen sein, sondern gelebt werden.

Redaktion 24.01.2020

Was letztlich zählt, ist der Mensch

Kampagnenpräsentation zu „Down-Syndrom. Na und.” für echte Inklusion von Menschen mit Behinderung.

WIEN. Rund 300 Gäste, unter ihnen Vizekanzler Werner Kogler, Nationalrätin Sybille Hamann und Behindertenanwalt Hansjörg Hofer, waren zur Kampagnenpräsentation „Down-Syndrom. Na und.” geladen und somit die ersten, die einen Blick auf die Botschaften und Bilder der Kampagne werfen durften

Miteinander leben lernen

Das Thema der Kampagne ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft. Nur bei echter und funktionierender Inklusion entsteht das Selbstverständnis, das für Kinder mit Behinderung gebraucht wird, damit sie Arbeit und Wohnraum finden, um Teil der Gesellschaft sein zu können.

In der Kampagne geht es um das Menschenrecht, als Teil der Gesellschaft gesehen und nicht permanent „sonderbehandelt” zu werden. „Was letztlich zählt, das ist der Mensch. Egal ob mit oder ohne Behinderung”, so Mischa Kirisits, fachlicher Berater der Initiatoren. „Wir wollen, dass Kindergärten, Schulen und Horte beweisen müssen, dass sie unsere Kinder betreuen können und nicht – wie derzeit üblich – unsere Kinder beweisen müssen, dass sie hineinpassen”, so Kirisits weiter. Auch im zur Kampagne gehörenden Positionspapier findet man die Forderung wieder.

Recht auf Inklusion

Österreich unterzeichnete 2008 die UN-Behindertenrechtskonvention, welche besagt, dass Menschen mit Behinderung ein Recht auf Inklusion haben.

Die Initiatoren der Kampagne sehen in der Umsetzung der Konvention noch einige Mängel. „Bildungseinrichtungen benötigen Assistenzberufe wie Pflegepersonal oder Sozialpädagogen, Lehrpläne müssen individualisiert und alle Schulen gleich ausgestattet werden. Sonderschulen sind das Gegenteil von Inklusion; sie trennen die Kinder von Anfang an”, heißt es im Positionspapier dazu.

Gesichter der Kampagne

Neben dem Positionspapier wurden fünf Plakat- und Anzeigensujets präsentiert, welche von der Werbeagentur Unique gestaltet wurden. Sie zeigen Porträts von Menschen mit Down-Syndrom, die exemplarisch für fünf verschiedene Lebensabschnitte und deren Herausforderungen stehen.

Bei Beginn und Ende der Bildungkarriere wird auf die mangelnde schulische Inklusion hingewiesen. Zur Zeit der Arbeitsplatzsuche stehen Menschen mit Behinderung nicht die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt zur Verfügung wie gleichaltrigen. In der Lebensmitte wird Bilanz gezogen, welche Hindernisse überwunden werden mussten. Der Blick zurück auf das Leben erhofft sich bessere Chancen für die Generationen, die noch kommen.
Alle Initiatoren und Gestalter arbeiteten ehrenamtlich an der Kampagne mit. (ck)

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