MARKETING & MEDIA
„Wir waren und sind am Puls der Zeit” © Christian Steinbrenner

Ideal projizierte für das Ottakringer-Event eine Wienkarte an die Wand, ließ animierte Blöcke über die Wände springen und baute aus vielen Kisten eine Markenwelt.

© Christian Steinbrenner

Ideal projizierte für das Ottakringer-Event eine Wienkarte an die Wand, ließ animierte Blöcke über die Wände springen und baute aus vielen Kisten eine Markenwelt.

Redaktion 14.02.2020

„Wir waren und sind am Puls der Zeit”

Marcus Wild, Geschäftsführer der eigentümergeführten ­österreichischen Livemarketing-Agentur Ideal, im Interview.

Die Livemarketing- Agentur Ideal setzt seit fast 30 Jahren Events und Kampagnen um. medianet sprach mit Geschäftsführer Marcus Wild über Entwicklungen, Kreativität und die Highlights des vergangenen Jahres.


medianet:
Herr Wild, Sie sind mit bisher 59 nationalen und internationalen Preisen Österreichs meist ausgezeichnete Livemarketing bzw. Eventagentur. Schlägt sich das in Ihrem Geschäft nieder? Wie war das Jahr 2019 und was wird 2020 bringen?
Marcus Wild: Stimmt. Wir sind die erfolgreichste Agentur beim Austrian Event Award mit 26 Preisen, die erfolgreichste Agentur beim Vamp Promotion Award mit 25 Preisen, wir haben beim Österreichischen Staatspreis Marketing 2017 den Sonderpreis Eventmarketing gewonnen, Gold und Bronze beim Mediaaward und jetzt zwei Jahre hintereinander den medianet xpert.award in Gold erhalten und noch einige mehr. Natürlich gibt das, neben unserer beinahe 30-jährigen Geschichte, unseren Konzepten und Erfolgsstories und unseren Kunden Sicherheit. Wir haben uns in diesen Jahren stetig weiterentwickelt, haben die Entwicklung vom Eventmanagement, über Eventmarketing zum Livemarketing wesentlich mitgestaltet, geprägt und forciert. Wir waren und sind am Puls der Zeit. Und ernten jetzt die Früchte: Livemarketing wird aktuell stark nachgefragt und ist Ausgangspunkt umfassender Kampagnenansätze. Und das passt gut zu unserem Credo, das wir seit Langem leben: Wir bei Ideal erzählen nicht bloß Geschichten, wir erschaffen Geschichte und Geschichten, die dann erzählt werden. Kurz gesagt: 2019 war sehr gut – 2020 wird noch besser.

 

medianet: Welche Highlights hatten Sie im vergangenen Jahr?
Wild: Da gab es viele – verbindendes Element war, dass unsere Kunden uns vertrauten, ermöglichten, gewohnte Formate anders zu denken und neu zu konzipieren. So haben wir für SAP den wichtigsten B2B-Event als modernen, emotionalisierenden, mit allem davor Gewesenen brechenden Hybridevent konzipiert, haben das menschliche Äquivalent zum Schaffen von SAP herausgearbeitet und konsequent in allen Anwendungen dramatisiert und haben damit reüssiert: Sämtliche qualitativen und quantitativen Ziele wurden übererreicht.

Beim Jahres-Kick-off von Pearle haben wir nicht weiter auf Action, Spiel-Spaß, sondern auf ein sinnstiftendes und erfüllendes Erlebnis gesetzt, auf Empathie und gemeinsame soziale Tätigkeit: Die Filialleiter schlüpften in unsere Rolle und bescherten den Bewohnern von vier Casa-Altenwohnheimen in einer Blitzaktion Faschingsfeste, feierten sie auch mit ihnen. Kommuniziert wurde, dass jeder Mitarbeiter nicht bloß beim Kick-off, sondern jeden Tag mit seiner Tätigkeit Menschen Gutes tut und die Marke Pearle so weiter emotionalisiert. Zu ‚140 Jahre Gerngross' konzipierten wir ein mehrmonatiges Kunstfestival unter dem wortspielerischen Slogan ‚Ich bin gerngrossARTig': Künstler schufen großformatige Kunstwerke, welche nicht nur den beeindruckenden Innenraum inszenierten, sondern – eingebettet in eine breite Live Campaign – gerade die kunstaffine und kreative Bevölkerung der Umgebung in das Kaufhaus lockten. Wir holten die Kunst aus dem elfenbeinernen Turm der Museen, machten sie zugänglich, demokratisierten sie so letztlich – ein Kaufhaus als Ort für angewandte Kunst. Beim traditionellen Bockanstich von Otta­kringer ließen wir uns von der Positionierung ‚das urbanste Bier Österreichs' leiten, brachen mit vielen Konventionen und ‚Ganz Wien' genoss einen traditionellen Abend, neu gedacht.


medianet:
Das waren jetzt vier Beispiele – wie viele Events richten Sie im Jahr aus?
Wild: Wir konzipieren und realisieren neben Events Live-Kampagnen, Promotions, Guerilla Stunts, etc. etwa 130 Projekte.

medianet:
Sind die Awards wichtig für Ihre Kunden?
Wild: Ich denke, es freut sie, weil damit teilweise recht mutige Entscheidungen bestätigt werden. Gerade die Projekte, bei denen sich die Marketingentscheider am weitesten hinausgelehnt haben (und von uns für gut gehalten wurden), waren am erfolgreichsten.

medianet:
Ist es schwer, für so viele Events immer ein neues Thema zu finden?
Wild: Eine fundierte humanistische Bildung und ebensolches Interesse hilft da enorm, genauso wie ein diverses Team. Und vor allem unsere Kunden, die uns inspirieren und wo jeder für sich einzigartig ist: Wir arbeiten gerne nah am Markenkern, schaffen für Marken real erfahrbare Welten, setzen sie in Szene und besetzen Themen. Und das ist jedes Mal anders.

medianet:
Für Sie beginnt jetzt mit 2020 ein neues Wirtschaftsjahr. Man merkt, dass die Hochkonjunktur überschritten ist. Merkt man das im Eventgeschäft so wie 2008?
Wild: Die Ausgangssituation ist eine andere: Vor 2008 war das Eventmanagement zwar mit guten Budgets ausgestattet, aber eben nur mit den Resten der Jahresbudgets – und dort ist zuerst gespart worden. Heute ist Livemarketing ein fixer Bestandteil moderner Marketingplanung, oft sogar der Ausgangspunkt, der den anderen Disziplinen Content liefert. Zudem gibt es gerade hinsichtlich junger Disziplinen und Trends einiges an Verunsicherung, beim Eventmarketing hingegen weiß man seit dem antiken Rom, dass es funktioniert … (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL