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„Wollen Mehrwert bieten” © Wolfgang Kern/Infoscreen

Monika Unterholzner (Geschäftsführerin Wiener Lokalbahnen) und Sascha Berndl (Geschäftsführer Infoscreen) freuen sich über die Zusammenarbeit.

© Wolfgang Kern/Infoscreen

Monika Unterholzner (Geschäftsführerin Wiener Lokalbahnen) und Sascha Berndl (Geschäftsführer Infoscreen) freuen sich über die Zusammenarbeit.

Redaktion 29.10.2021

„Wollen Mehrwert bieten”

Infoscreen-Geschäftsführer Sascha Berndl über post-pandemische Herausforderungen und ein zweites strategisches Standbein.

WIEN. Sascha Berndl hat bewegte Monate hinter sich. Als die Regierung im März letzten Jahres einen landesweiten Lockdown verkündete, änderte sich auf einen Schlag auch das Tagesgeschäft von Infoscreen. Wo einst in den U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen reges Treiben herrschte, waren plötzlich nur noch vereinzelt Personen anzutreffen. Für den Werbevermarkter, dessen Kerngeschäft in der Bespielung von DOOH-Flächen besteht, taten sich dadurch neue Herausforderungen, aber auch Chancen auf.

Der Geschäftsführer des Werbevermarktes Infoscreen gab im Interview mit medianet Einblicke in die vergangenen anderthalb Jahre, daraus gewonnene Erkenntnisse und das Unternehmenscredo.

„Wir waren extrem umtriebig”

„Die Lockdown-Phasen waren für uns katastrophal. Wir haben von einem Lockdown zum anderen gehofft, dass es der letzte war”, sagt Berndl. Es gab Monate, da war man „fast bei einem Nullumsatz” und musste auf staatliche Unterstützung zurückgreifen. In anderen Monaten entspannte sich die Lage wieder. Im Moment befinde sich Infoscreen auf „dem Weg der Besserung, die Erholung hat etwa vor zwei Monaten eingesetzt”, erzählt der Infoscreen-Geschäftsführer.

„Wir hoffen, dass dieses Kapitel auch abgeschlossen ist”, resümiert Berndl. Nun sei es an der Zeit, Entscheidungsträger zu überzeugen, „dass der öffentliche Verkehr wieder komplett da ist”. Sofern die Infektionszahlen auf einem stabilen Niveau und die Gastronomie weiterhin geöffnet bleiben würden, stehe einem Mobilitätshoch im November bzw. Dezember nichts mehr im Wege. „Dann”, sagt Berndl, „gehe ich davon aus, dass die Zahlen von 2019 wieder erreicht werden können.”
Trotz Pandemie und den damit verbunden Herausforderungen hat Infoscreen die Beine aber nicht still gehalten. „Wir waren extrem umtriebig”, erzählt Berndl. Man suchte und fand neue Standorte, verlängerte alte und schloss neue Kooperationen. Nun bietet Infoscreen auch in Wels und Salzburg seine Dienste an, mit 1. Jänner nächsten Jahres werden sieben neue Wagons der Badner Bahn mit Screens ausgestattet. „Wir sind der Meinung, noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen zu sein”, kommentiert Berndl die Erweiterungen. Es gebe noch weitere interessante Standorte, die „ein oder andere Landeshauptstadt” fehlt noch im Portfolio. „Auch da haben wir bereits die ersten Gespräche geführt und hoffen, dass wir bald zu einem positiven Abschluss kommen”, zeigt sich Berndl zuversichtlich.

Strategische Überlegungen

Ein weiterer Aspekt, der in Angriff genommen worden ist, ist die Sicherung sowie der Ausbau der Kooperationen auf Content-Ebene. Gerade die Zeiten der Pandemie haben gezeigt, dass Menschen Interesse daran haben, „was im unmittelbaren Umfeld passiert”. Dies sei mitunter Grund für die bestehende Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Nachrichtenanbietern.

„Wir haben erst vor gut einem Jahr unsere Kooperation mit der Bezirkszeitung in Wien ausgebaut und dieses Jahr die Oberösterreichische Bezirksrundschau für Lokalnachrichten in Wels und Linz dazugewinnen können”, freut sich Berndl. Mit den Tiroler Bezirksblättern befindet man sich aktuell in Gesprächen und rechne für Ende Oktober mit einem positiven Ergebnis.
Zusätzlich beschäftigen sich Berndl und sein Team im Moment mit strategischen Fragestellungen. „Wir sind dabei, strategische Überlegungen zu treffen, wo wir uns noch positionieren können, um uns ein zweites Standbein zu erarbeiten”, erläutert Berndl. Hintergrund: Die Pandemie habe gezeigt, wo „wir Schwächen haben und verwundbar sind”. Man habe erkannt, dass man sich breiter aufstellen und weiterentwickeln müsse, um nicht vom öffentlichen Verkehr abhängig zu sein.
Und wie sieht eine solche Weiterentwicklung aus? Es werden unterschiedliche Szenarien in Betracht gezogen, grundsätzlich seien all jene Flächen von Interesse, wo eine „Wartesituation mit Qualitätskontakt besteht”. Man wolle weiterhin auf eine Kombination aus Inhalt und Werbung setzen, sagt Berndl – egal, ob in öffentlichen Verkehrsmitteln oder zukünftig eventuell in Amtsgebäuden oder Krankenhäusern. Dennoch ziehe man auch private Flächen in strategische Überlegungen mit ein.
„Eine reine Werbeplattform werden und wollen wir nie sein”, so Berndl. „Wir haben den Anspruch, dem Fahrgast Information und einen öffentlichen Mehrwert zu bieten”, fügt Berndl hinzu. Dadurch unterscheide man sich auch von anderen DOOH-Anbietern in Österreich.
Ruhig wird es also auch in Zukunft bei Infoscreen nicht bleiben. Visionen und Ideen für die nächsten Jahre gibt es jedenfalls zur Genüge. (ap/cr)

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