•• Von Reinhard Krémer
WIEN. „Na, das ist ja ein Trumm von einem Auto“, sagte mein Freund M. angesichts der puren Masse des Hyundai Ioniq 9. „Der sieht ja aus wie eine dieser russischen Oligarchenkutschen“, feixte er und machte sich auf, die besten Steaks – vom Salzburger Wagyu-Rind natürlich, bei seinen Gästen lässt sich M. nicht lumpen – diesseits von Tokio auf den Grill zu zaubern.
Hat alles – kann alles
Nun, beim Ioniq 9 ist jedenfalls alles an Bord, was das Herz begehrt: Ledersitze mit Massagefunktion, beheiz- und kühlbar, alle elektrisch verstellbar natürlich, und ein Head-Up-Display mit allen wichtigen Funktionen. Ein Bose-
Premium-Soundsystem mit acht Lautsprechern sorgt für ein Ambiente wie im Konzertsaal (entsprechende Beleuchtung ist – natürlich – einstellbar), dazu ein Panorama-Glas-/Hubschiebedach von vorne bis hinten mit elektrischer Sonnenblende, digitale Außenspiegel via Kameras – und als Zuckerl Fahrer- und Beifahrersitz mit Relaxfunktion: Das heißt, bei Bedarf kann man elektrisch eine Ablage für die Beine ausfahren, die für Komfort wie in der Business-Class sorgt.
Reinrassiger Sportwagen
Das alles ist auf einer Länge von mehr als fünf Metern appetitlich und stylisch verpackt.
Und nur dass hier keine Missverständnisse aufkommen: Der siebensitzige Ioniq 9 in der Allradversion mit Performance-Ausstattung ist nicht nur eine komfortable Sänfte mit allem, was das Reisen angenehm macht – der Wagen ist mit knapp 430 PS und einer Beschleunigung von 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h ein reinrassiger Sportwagen, der an der Kreuzung so manchem Porschefahrer die Tränen in die Augen treiben kann.
Wild wie ein Bulle
Denn die Kraft des Ioniq 9 – kombiniert 700 Nm – kommt sofort mit einer ungehemmten Brutalität, über die nur Elektrowagen verfügen. Das sieht man dem Ioniq 9 nicht an – aber wehe, wenn man das Gaspedal bei entsprechender Vorseinstellung zu hart durchtritt!
Die 2,7 Tonnen gehen ab wie ein wilder Stier, den man zu heftig am Schwanz gezogen hat. Das Beachtliche: Der Fahrer hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Denn eine Vielzahl von Fahrassistenzsystemen macht das Pilotieren des Ioniq 9 zu jeder Zeit zum Vergnügen.
Davon konnten wir uns bei einem Trip ins Höllental mit seinen engen Kurven und deftigen Steigungen überzeugen. Die Geschmeidigkeit, mit der das Fünf-Meter-Gefährt sein Gewicht bewegt, gleicht dem eines Kätzchens.
Der Kaiser im Burgviertel
Diese höchst angenehmen Eigenschaften zeigten sich auch in den engen Gassen des Budapester Burgviertels, wo der Ioniq nicht nur eine bravouröse Performance hinlegte, sondern ob seines futuristischen Äußeren und einer Breite von fast zwei Metern auch für große Augen bei den Passanten sorgte.
Auf der Autobahn aber spielt der Ioniq 9 seine Stärken dann voll aus: Mit den Assistenzsystemen bleibt dem Fahrer nur noch die Überwachung derselben – und so wird das Fahren zum entspannten Dahingleiten, das dank des überlegenen Fahrwerks und eines Radstandes von mehr als drei Metern nicht einmal die Schrunden auf einer Schotterpiste stören können.
Auch Laderaum bietet der Ioniq 9 reichlich: 2.419 l sind es bei umgelegten Sitzen, in den Frunk, den vorderen Kofferraum, gehen noch einmal 88 l rein. Und wem das noch immer nicht reicht, der kann auf einem gebremsten Anhänger noch einmal 1.600 kg nachziehen – sicher ein Traum für Gewerbetreibende beim Großeinkauf. Preis: 79.990 € (Prestige-Line).
