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Das sind Europas beste Bauten © Simon Menges (3)
© Simon Menges (3)

PAUL CHRISTIAN JEZEK 17.06.2016

Das sind Europas beste Bauten

Alle zwei Jahre steht im Rahmen des „Mies van der Rohe Award” herausragende visionäre Baukunst aus Europa im Mittelpunkt.

••• Von Paul Christian Jezek

Zum mittlerweile vierten Mal wird die Ausstellung „Europas beste Bauten. Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur” in den Räumlichkeiten des Architekturzentrum Wien gezeigt – und zwar noch bis Ende August.

Der mit insgesamt 60.000 € dotierte Preis brachte seit seiner Entstehung 1988 berühmte Preisträger wie David Chipperfield, Zaha Hadid, Peter Zumthor oder Rem Koolhaas hervor. Um junge Talente und Architekten am Beginn ihrer Karriere zu fördern, wurde der Preis „Emerging Architect Special Mention” für ambitionierte und auf­strebende Architektur ins Leben gerufen. Das Design der Ausstellung präsentiert sich erstmals seit Bestehen des Mies van der Rohe Award in einem neuen Erscheinungsbild und wird durch viele Features wie Modelle, Videos, Originalzeichnungen sowie 1:1 Konstruktionselemente erweitert.
Die 40 Projekte der Shortlist geben somit einen informativen Überblick über den Stand der europäischen Architektur und werden durch 23 Nominierungen mit österreichischer Beteiligung ergänzt.

Preisträger und Finalisten

Aus den 420 nominierten Projekten an 279 Orten Europas wurden fünf Finalisten ausgewählt – die hochkarätige internationale Jury unter dem Vorsitz von Cino Zucchi überzeugen konnte schließlich die Philharmonie in Stettin der Architekten Fabrizio Barozzi (IT) und Alberto Veiga (ES).

Das neue Gebäude der Philharmonie beherbergt einen für 1.000 Besucher ausgelegten Saal für sinfonische Musik, einen Kammermusiksaal für 200 Personen, einen multifunktionalen Raum für Ausstellungen und Konferenzen sowie ein weitläufiges Foyer. Die von innen erleuchtete Glasfassade erlaubt unterschiedlichste Eindrücke und lässt das Bauwerk als Licht­element erstrahlen. Die Strenge des äußeren Erscheinungsbilds und die Schlichtheit im Inneren kontrastieren mit der Expressivität der großen Halle und dem mit Blatt­gold geschmückten Konzertsaal. Der Grundriss wird durch einen umlaufenden Ring von Serviceeinrichtungen bestimmt. Während im Inneren alles auf den großen Saal und den Kammermusiksaal ausgerichtet ist, dient der Ring als Bindeglied zwischen dem Gebäude und seiner Umgebung.

Dem Nachwuchs eine Chance!

Der begehrte Nachwuchs-Preis Emerging Architect Special Mention wurde an das Büro ­Arquitectura-G für das Haus Luz in Cilleros, Spanien, verliehen (Architekten: Jonathan Arnabat, Jordi Ayala-Bril, Aitor Fuentes, Igor Urdampilleta).

Die Auftraggeberin des Hauses Luz wollte ein Haus mit viel natürlichem Licht und einem starken Bezug zu Außenraum und Hof.
Die Lösung basiert auf der Fertigkeit lokalen Wissens und auf dem Einsatz natürlicher Materialien, die dem budgetären und geografischen Kontext angepasst wurden. Jedes der auf verschiedenen Ebenen um den Hof angeordneten Stockwerke hat eine bestimmte Funktion. Der Hof wird von einer Birke beherrscht, sodass Wohnzimmer und Küche zwischen grünem Inneren und Garten liegen.
Die zwischen Hof und Hauptfassade angeordneten Schlafräume müssen dank der Treppe im Wohnzimmer und in der Küche nicht als Durchgang verwendet werden; die intensiv rote Keramik und das starke Grün der Birke prägen den Ort, und das Licht verleiht den Materialien im Laufe des Tages unterschiedliche Farbtöne.

Die weiteren vier Finalisten

• Weinkellerei Antinori, Bargino, IT; Arch.: Archea Associati
• Dänisches Seefahrtsmuseum, Helsingør, DK; Arch.: BIG – Bjarke Ingels Group
• Kunstmuseum Ravensburg, DE; Arch.: Arno Lederer, Katja Pütter, Marc Oei, Jórunn Ragnarsdóttir
• Saw Swee Hock Studentenzentrum, London: Arch.: O’Donnell + Tuomey

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