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Echt nachhaltige Trends © V. Desjadins/Image & Co

UrbanFarmers „Weil immer mehr Investitionen ins städtische Umfeld fließen, wird ein stärkerer Fokus auf nachhaltige Werte und Technologien gelegt und damit werden langfristige Erträge gesichert”, sagte Fabian Weinländer, Director of Development der UrbanFarmers AG.

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UrbanFarmers „Weil immer mehr Investitionen ins städtische Umfeld fließen, wird ein stärkerer Fokus auf nachhaltige Werte und Technologien gelegt und damit werden langfristige Erträge gesichert”, sagte Fabian Weinländer, Director of Development der UrbanFarmers AG.

PAUL CHRISTIAN JEZEK 01.04.2016

Echt nachhaltige Trends

Der Einfluss des Klimawandels auf die Immobilienwirtschaft war ein Kernthema auf der Mipim – ein Überblick über Green Planet Architects, Positive Footprint Housing & Co.

••• Von Paul Christian Jezek

CANNES. In den vergangenen Jahren wurde das Wort „Nachhaltigkeit” an die vorderste Front der Diskussionen zwischen Projektentwicklern, Architekten, politischen Vertretern, Bürgermeistern und ­Investoren katapultiert.

Der Fokus auf nachhaltige Stadtentwicklung hat zu zahlreichen neuen Ausstellern und neuen Projekten im Rahmen der Mipim geführt – hier einige Highlights:

Das „coolste” Datenzentrum

DigiPlex Fetsund in Oslo ist ein Null-Kohlendioxidausstoß-Datenzentrum, das natürlich kalte Luft und erneuerbare saubere Energie nutzt und damit eine der effizientesten und nachhaltigsten Einrichtungen weltweit repräsentiert.

Das Projekt hat 16 einzelne ineffiziente Datenzentren zusammengeführt, in eine moderne 12-MW-Anlage umgewandelt und damit den gesamten Stromverbrauch um mehr als die Hälfte gesenkt – womit Umweltvorteile für einen Vertragszeitraum von zwei Jahrzehnten gesichert werden, die eine geschätzte Energieeinsparung von 125 Mio. € über diesen Zeitraum generieren.

Ein 50 m hohes Gebäude aus Holz

EPA Bordeaux-Euratlantique (EPA: öffentliche Entwicklungsorganisation) kümmert sich um die Konstruktion eines 50 m hohen hölzernen Wohngebäudes, das eines der allerersten Türme dieser Art auf der Welt sein wird.

Architekten wurden angewiesen, dass die Struktur aus Holz bestehen sollte, wobei eine Holzfassade nicht obligatorisch ist.
Dieses Projekt formt einen Teil der ambitionierten Strategie von EPA Bordeaux-Euratlantique, jedes Jahr 25.000 m2 an hölzernen Strukturen zu konstruieren, um zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen und die lokale Holz­industrie zu unterstützen.

Auf den Dächern bauen

Das Schweizer Unternehmen ­UrbanFarmers AG präsentierte sich auf der Mipim als Entwickler und Betreiber von Rooftop Farms als Ergänzung zur Immobilien(weiter)entwicklung, um langfristige Wertsteigerung, nachhaltigen Betrieb und eine Diversifizierung von neuen Umsatzfeldern zu erreichen.

Die Zukunft ist elektrisch

Ulf Gustafsson, Director of Public Affairs von AB Volvo, referierte darüber, wie elektrischer Transport die Immobilienwirtschaft in der nahen Zukunft formen wird. Während die Elektrizität dabei ist, Erdöl als Kraftstoff sowohl für den öffentlichen Nahverkehr als auch für Kraftfahrzeuge zu ersetzen, wird dieser Wandel einen großen Einfluss auf die städtische Entwicklung und Stadtplanung wie auch auf die künftige Konstruktion von Gebäuden und auf die Wohnimmobilienentwicklung haben.

Green Planet Architects

Im „Nach-COP21-Kontext” wird umweltverantwortliche Architektur essenziell dafür verantwortlich sein, Ressourcen und Materialien zu optimieren, den Energieverbrauch in Gebäuden um bis zu 70% durch Erneuerbare Energien zu ersetzen, Wartungs- und Managementkosten einzugrenzen und die Lebensqualität ihrer Nutzer zu verbessern.

Mit Green Planet Architects hat sich ein internationales Netzwerk aus 800 Architekten aus 80 Ländern formiert, die sich nachhaltiger und ökologischer Architektur widmen. Auf der Mipim wurden von Green Planet Architects mehr als 600 (!) nachhaltige Projekte aus allen Weltgegenden präsentiert.

Der „Treibhaus-Effekt”

2011 entwickelte Riksbyggen developer das „Positive Footprint Housing”, einen innovativen schwedischen Ansatz an Wohn- und Stadtentwicklung in Partnerschaft mit der Stadt Göteborg, Chalmers University of Technology u.a.

Der erste PlusEnergie-Wohnblock „Viva” in Gulheden, Göteborg, ist nun baufertig. Er umfasst 133 neue Wohnungen und produziert einen Energieüberschuss: Die Gebäudehülle ist kompakter, die Isolation dicker, und Energie wird direkt vor Ort mit Solarzellen generiert. Es gibt verschiedene Formen der Energiespeicherung, geothermale Heizung und Bezirksheizung sowie ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung.

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