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Ansturm gemeistert, Maskenprobe geglückt © APA/Barbara Gindl
© APA/Barbara Gindl

Redaktion 29.01.2021

Ansturm gemeistert, Maskenprobe geglückt

Der LEH wurde dem von der Regierung verordneten Versorgungsauftrag mehr als gerecht und bewies geschlossen Kundenfreundlichkeit.

••• Von Paul Hafner

Seit Montag, 25. Jänner 2021, herrscht im heimischen Handel FFP2-Masken-Pflicht. Sah man sie zu Beginn des ersten Lockdowns verhältnismäßig selten, prägten sie seit Beginn der „zweiten Welle” und dem darauffolgenden zweiten Lockdown im Herbst zunehmend das öffentliche Bild und verdrängten in den vergangenen Wochen nach und nach den einfachen Mund-Nasen-Schutz vom Spitzenplatz der Gesichtsbedeckungen.

Ihre verpflichtende Einführung, die am 17. Jänner verkündet worden war, war absehbar; eher kurzfristig zeichnete sich dagegen ab, dass die Rolle der Beschaffung und Versorgung neuerlich dem LEH zufallen würde. Erinnerungen an das Masken-Chaos zu Beginn des ersten Lockdowns wurden wach, als – infolge der viel zu kurzfristigen Maßnahmenverkündung der Regierung – die Nachfrage das Angebot in einigen Filialen verschiedener Ketten bzw. Geschäften selbstständiger Kaufleute überstieg. Doch trotz einer erneut hohen Nachfrage kam der LEH seinem Versorgungsauftrag vorbildlich nach.

Gratis, solange Vorrat reicht

Verkündeten die großen Handelsketten gegen Ende der vergangenen Woche die Abgabe der FFP2-Masken zu einem einheitlich günstigen Preis von 59 c pro Stück, bewiesen Rewe, Spar und Hofer am Montag mit der Vergabe von Gratis-Masken am Eingang besondere Kundenfreundlichkeit.

Der Vorstoß zur kostenlosen Abgabe kam von der Rewe, die ihre Masken „aus ausschließlich österreichischer Produktion” bezieht, wie Rewe-Sprecherin Ines Schurin betont. Einen ersten Lagebericht lieferte Sprecherkollege Paul Pöttschacher: „Die Verfügbarkeit ist in den Filialen aktuell aufgrund der sehr hohen Nachfrage unterschiedlich, es gibt jedoch laufende Nachlieferungen und Zuteilungen an die Standorte.” Die kostenlose Abgabe wurde zumindest bis Mitte der Woche in Aussicht gestellt.

Spar hat großen Vorrat

„Solange der Vorrat reicht, aber zeitlich unbefristet” werden auch vor den Spar-Märkten kostenlose Masken verteilt, gab Spar-Sprecherin Nicole Berkmann bekannt. Prinzipiell sei man – mit vorerst 20 Mio. Stück, der Großteil davon aus österreichischer Produktion – gut mit Maskenvorräten versorgt; auch habe man beobachtet, „dass viele Kunden bereits eine FFP2-Maske hatten”. Aus Umweltschutzgründen appelliert man an einen nicht verschwenderischen Umgang; überschüssige MNS-Exemplare würden indes an Kollegen in andere Länder übermittelt werden, wo man diese noch benützen dürfe.

Auch Diskonter Hofer erklärte, all jenen Kunden eine FFP2-Schutzmaske unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, die keine haben. „Erwartungsgemäß wird das Gratisangebot sehr gut angenommen, wir können eine durchaus erhöhte Nachfrage der FFP2-Schutzmasken feststellen”, so eine Sprecherin. Für Nachschub sei gesorgt. Auch der ebenfalls seit Montag gültigen Abstandsregel und zum Zwecke der Personenzahl-Beschränkung trägt man Rechnung: Kunden dürfen die Filialen nur mit einem Einkaufswagen betreten.
Auch Lidl-Pressesprecher Hansjörg Peterleitner bestätigte eine hohe Nachfrage, man habe aber „alles im Griff und schon weitere Masken bestellt” und könne, Stand Mitte der Woche, ab Donnerstag seinen Kunden ebenfalls kostenlos Masken aushändigen.

Preissturz trifft Apotheker

Während weitere FFP2-Masken im LEH einzeln oder im Zehner-Pack für einen Selbstkostenpreis über den Tisch gehen, ortete der Online-Preismonitor der Arbeiterkammer bei Onlineshops und Apotheken massive Preisspannen „bei ein und demselben Produkt um bis zu 366 Prozent”, wie AK-Konsumentenschützerin Manuela Delapina verkündete.

Digital am günstigsten zu erstehen sind zertifizierte Masken im Drogeriefachhandel – und zwar in den Shops von Bipa (59 c), dm (85 c) und Müller (99 c).
In den erhobenen Apotheken variieren die Preise zwischen 59 c und 5,69 € pro Stück. Bis zum Ende der vergangenen Woche waren FFP2-Masken in vielen heimischen Apotheken – bis dahin eine der stationären Primärquellen – Masken zu Preisen im hohen einstelligen Euro-Bereich zu erstehen; die günstigen Angebote der Lebensmittelhändler haben einen Preissturz erwirkt, den Apotheken fiel unverzüglich ein lukratives Geschäft weg.

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