WIEN. Mit der geplanten Erweiterung des Tabakmonopols werden zusätzliche Produktkategorien stärker in den geregelten Vertrieb eingebunden. Ziel der Neuregelungen ist es, bestehende Strukturen zu stabilisieren, den Jugendschutz zu stärken und die wirtschaftliche Basis der rund 4.300 Tabaktrafiken abzusichern. Nach Angaben aus dem aktuellen Stakeholder-Newsletter von JTI Austria leistet das Tabakmonopol bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität des Marktes. Die Trafikanten-Handelsspanne ist gesetzlich festgelegt und liegt im europäischen Vergleich deutlich höher. Gleichzeitig erzielte der Staat 2025 Einnahmen von rund 2,9 Mrd. Euro aus Tabak- und Mehrwertsteuer, während der Zigarettenabsatz weiter rückläufig war.
Im Zuge der gesetzlichen Änderungen werden tabakfreie Nikotinbeutel in das Tabakmonopol aufgenommen. Diese Produktgruppe trägt bereits jetzt messbar zum Einkommen der Trafikanten bei und gewinnt weiter an Bedeutung. Auch der Vertrieb von E-Zigaretten soll künftig stärker reguliert werden. Während sie derzeit keinem fixen Margensystem unterliegen, ist vorgesehen, sie schrittweise auf den lizenzierten Handel und die Trafiken zu beschränken.
Silvia Polan, Director Corporate Affairs & Communication bei JTI Austria, sieht darin eine wirtschaftliche Stärkung des bestehenden Systems: „Mit der Aufnahme von tabakfreien Nikotinbeuteln ins Tabakmonopol, die bereits jetzt robust zum Einkommen der österreichischen Tabaktrafikanten beitragen, werden die gesetzlich festgelegten Margenerträge weiter steigen. Während E-Zigaretten mittels Lizenzsystem keiner fixen Handelsspanne unterliegen, werden aber auch diese schrittweise nur noch im lizenzierten Handel und in den Trafiken erhältlich sein und das Trafikanten-Einkommen zusätzlich stärken.“
Aus Sicht der Branche markieren die Anpassungen ein neues Kapitel für den österreichischen Tabakmarkt. Sie verbinden strengere Regulierung mit dem Ziel, Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und staatliche Einnahmen langfristig abzusichern, während sich Konsumgewohnheiten und Produktsegmente weiter verändern.
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