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Finanzspritze für kika/Leiner-Mutter Steinhoff © kika

An der Börse steht die kika-Mutter Steinhoff derzeit gut da.

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An der Börse steht die kika-Mutter Steinhoff derzeit gut da.

Redaktion 18.01.2018

Finanzspritze für kika/Leiner-Mutter Steinhoff

Brückenfinanzierung möglich, Geld würde an Steinhoff Europe transferiert.

FRANKFURT/WIEN. Ein Bericht über eine mögliche Finanzspritze hat dem angeschlagenen Möbelkonzern Steinhoff am Mittwochnachmittag deutliche Kursgewinne beschert: Die Aktie sprang bis auf 0,445 € hoch - zuletzt stand noch ein Plus von knapp zwölf Prozent auf 0,438 € zu Buche. Seit Bekanntwerden eines Bilanzskandals Anfang Dezember war sie von mehr als 3 € bis auf 0,248 € abgestürzt und konnte sich davon nicht wieder nachhaltig erholen.

Schon in Kürze könnten südafrikanische Banken der Afrika-Tochter des multinationalen Unternehmens eine rund 200 Mio. € umfassende Brückenfinanzierung gewähren, schrieb das Magazin "Finance" am Mittwochnachmittag online unter Berufung auf mehrere unabhängige, mit dem Fall betraute Quellen. Im Anschluss würde dieses Geld dann an die Steinhoff Europe transferiert.

Steinhoff habe sich zu konkreten Fragen nicht äußern wollen und auf bereits veröffentlichte Pressemitteilungen des Konzerns verwiesen. Der Konzern mit Rechtssitz in den Niederlanden und operativer Zentrale in Südafrika hat deutsche Wurzeln. In Österreich gehört die Möbelkette kika/Leiner zu Steinhoff.

Mit rund 22 Mrd. USD (18 Mrd. €) soll Steinhoff Schätzungen zufolge bei Banken und anderen Kreditgebern in der Kreide stehen.

Einige Großbanken mussten schon Abschreibungen hinnehmen. Das deutsche "Manager Magazin" und die Agentur Bloomberg berichten, dass etwa die Bank of America zu einer ganzen Reihe von US-Großbanken gehöre, die wegen ihrer Verbindungen zur Steinhoff-Gruppe im abgelaufenen Quartal zum Teil dreistellige Millionenverluste verbucht hätten. Demnach habe die Bank of America Steinhoff einen Kredit gewährt, der mit Aktien der Steinhoff-Gruppe abgesichert worden sei. Dreistellige Kreditkosten musste dem Magazin zufolge auch JPMorgan Chase verbuchen, außerdem habe die Eigenhandel-Abteilung der Bank einen Verlust aus dem Handel mit Steinhoff-Aktien in Höhe von rund 140 Mio. USD erlitten. (APA)

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