RETAIL
Frohe Weihnacht? © APA/dpa/Tim Brakemeier

Von rd. 6,27 Mrd. € Gesamtumsatz im Dezember 2018 gilt jeder fünfte umgesetzte Euro als weihnachtlicher Mehrumsatz.

© APA/dpa/Tim Brakemeier

Von rd. 6,27 Mrd. € Gesamtumsatz im Dezember 2018 gilt jeder fünfte umgesetzte Euro als weihnachtlicher Mehrumsatz.

Redaktion 30.11.2018

Frohe Weihnacht?

Handelsverband und Wifo sehen dem diesjährigen Weihnachtsumsatz mit gemischten Gefühlen entgegen.

WIEN. Der österreichische Einzelhandel kann im Dezember 2018 mit einem weihnachtsbedingten Mehrumsatz von 1,25 Mrd. € netto rechnen. Soweit die Prognose, die der Handelsverband und das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung Wifo zum heurigen Weihnachtsgeschäft abgeben. Ein Grund zur Freude ist das nicht: Im Vorjahr lag der Mehrumsatz mit 1,26 Mrd. € noch um rund 0,4% höher.

„Die Prognose fällt hoffnungsvoll, aber skeptisch aus. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind gut. Wir haben eine hohe Beschäftigungsquote und eine stabile Konsumnachfrage. Skeptisch machen uns die Umsatzeinbrüche im Einzelhandel in den vergangenen Monaten”, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Generell nimmt die Höhe der Dezember-Umsatzspitzen in vielen Branchen ab: „Aktionstage im November, wie Black Friday und Cyber Monday, aber auch der Trend zu Gutscheingeschenken, die erst bei der Einlösung als Umsatz gezählt werden, verschieben die Weihnachtsumsätze auf andere Monate”, erklärt Jürgen Bierbaumer-Polly vom Wifo.

Einzelhandel rückläufig

Auch eine erste Prognose für das Gesamtjahr legte der Handelsverband vor: „Wir rechnen 2018 mit einem stationären Bruttoumsatz von 71,8 Mrd. Euro und einem Online-Umsatz in Österreich von knapp 3,8 Mrd. Euro sowie einem nominellen Wachstum von 1,8%. Aber: Wenn wir von einer Inflation von zwei Prozent ausgehen, werden wir im Einzelhandel real leicht rückläufig sein”, so Rainer Will.

Sorgen macht sich der Verband über die Marktkonzentration im E-Commerce und den wachsenden Abfluss der Online-Umsätze ins Ausland. Mehr als die Hälfte davon landen demnach nicht in Österreich. Auch in den Prognosen werden diese deshalb nicht berücksichtigt. (APA/red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL