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Gmundner Milch stellt Weichen für den Umgang mit der Milch-Krise Gmundner Milch

GF Michael Waidacher, Landtagsabgeordnete Martina Pühringer, Gmundner Molkerei Genossenschaftsobmann Josef Fürtbauer

Gmundner Milch

GF Michael Waidacher, Landtagsabgeordnete Martina Pühringer, Gmundner Molkerei Genossenschaftsobmann Josef Fürtbauer

Redaktion 04.04.2016

Gmundner Milch stellt Weichen für den Umgang mit der Milch-Krise

Neues Anliefermodell, Marktoffensive und Investitionen in Höhe von 4.5 Mio. € sind einige Antworten auf die europäische Milch-Krise

GMUNDEN. Die europäische Milchwirtschaft steckt in der Krise, u.a. da deutlich mehr Milch produziert wird, als der Markt aufnehmen kann. In Österreich gehen Milchbauern schon seit Längerem auf die Barrikaden und protestieren gegen die österreichische Agrarpolitik, gegen den Verdrängungswettbewerb und die niedrigen Preise.

Österreichs drittgrößte Molkerei, die Gmundner Milch,  hat am Samstag bei ihrer Generalversammlung den rund 500 anwesenden Genossenschaftern ihre Strategie vorgestellt, mit der der Weg durch die Krise gemeistert werden soll. „Resignation, Selbstmitleid oder sich nur auf Lösungen von Seiten der Politik zu verlassen, das alles kann nicht unser Weg durch die Krise sein“, stellte Gmundner Milch-Obmann Josef Fürtbauer gleich zu Beginn der Generalversammlung klar. Vielmehr gelte es nun, zusammen zu stehen und als Genossenschaft mit mehr als 2.800 bäuerlichen Mitgliedern gemeinsam Lösungen zu finden.

Als erste Maßnahme wurde im Februar einstimmig von allen 40 Genossenschaftsvorständen das neue Annahmemodell beschlossen, welches einen Preisabschlag von zwei Cent pro Liter für jene Bauern vorsieht, die im Vergleich zum Jahresschnitt 2015 mindestens um 5% mehr Milch anliefern. Gleichzeitig gibt es für eine Unterlieferung einen Aufschlag von bis zu zwei Cent pro Liter. Fürtbauer dazu: „Wir haben rasch gehandelt, um kurzfristig eine Reduktion der Liefermenge zu erreichen. Daneben müssen wir aber auch alle Kraft in den Aufbau neuer Marktchancen stecken.“ Wichtig sei auch, Produkte mit hoher Wertschöpfung wie etwa Käse zu forcieren.

4,5 Millionen Euro Investition in Ausbau der Käserei

Geschäftsführer Michael Waidacher konnte den Genossenschaftern dafür auch ein Beispiel nennen: Die Gmundner Milch hat es geschafft, ab Mai mit dem „Gmundner Berg Premium“-Käse in rund 4.000 Aldi-Geschäften in Deutschland vertreten zu sein. „Um das zu schaffen, braucht es eine mehrjährige intensive Aufbauarbeit“, erzählt Waidacher. Vor diesem Hintergrund würde sich bereits jetzt die Investition in die Käserei bezahlt machen. Mehr als 4,5 Mio. € gibt die Gmundner Milch aus, um die Reifungskapazität beim Käse von 55.000 auf 110.000 Stück auszubauen. Zudem sucht man laufend nach neuen Marktchancen, etwa mit neuen Käsesorten, den Grillkäse-Varianten, dem neuen Kinderprodukt „Gmundi“ oder einer laufenden Internationalisierung des Vertriebs. „Mittlerweile wird jeder zweite Liter Gmundner Milch im Ausland verkauft. Wir setzten klar auf die Internationalisierung unseres Unternehmens“, sagt Waidacher.

In einer besseren Unterstützung beim Finden neuer Absatzwege sieht Gmundner Milch-Obmann Josef Fürtbauer auch die Rolle der Politik angesichts der Milch-Krise: „Ich erwarte mir von der Politik, dass rasch mit der Milchwirtschaft koordinierte Aktivitäten entwickelt werden.“ Die heimische Landwirtschaft und Regionalität dürfe nicht zum Marketing-Feigenblatt werden. „Ehrlichkeit und Konsequenz ist angesagt. Wir Bauern versprechen beste Qualität zu fairen Preisen“, so Fürtbauer weiter.

Diskutiert wurde auch über das neue Anliefermodell: Fürtbauer und Waidacher machten klar, dass das Modell innerhalb der Genossenschaft gemeinsam entwickelt und in acht Sprengelversammlungen präsentiert worden war. Es gelte nun, die Wirkung des Modells in den nächsten Monaten zu verfolgen.

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