WIEN. Der Handelsverband bewertet die Arbeit des Fairness-Büros weiterhin positiv und sieht in der Einrichtung eine zentrale Schnittstelle zwischen Handel und Lieferanten. Anlass ist der aktuelle Tätigkeitsbericht 2025, der insgesamt 255 Beschwerden entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette ausweist.
Gemessen an der Gesamtzahl der Geschäftsbeziehungen relativiert der Verband diese Zahl. „Faire und verantwortungsvolle Lieferketten sind im Kerninteresse der Einzelhandelsunternehmen in Österreich. Jeder große Lebensmittelhändler hat bis zu 25.000 Artikel im Sortiment, jährlich werden zehntausende Lieferantengespräche mit mehreren tausend Lieferanten geführt – natürlich immer mit dem Anspruch, die rechtlichen Vorgaben zu 100% einzuhalten. Daher ist die Zahl der Beschwerden in diesem Verhältnis zu sehen“, erklärt Rainer Will. „Wenn von mehr als 100.000 Betrieben insgesamt 255 Beschwerden eingebracht werden, sind das nicht einmal 2,6 Promille. Harte Verhandlungen werden von allen Seiten geführt, um den besten Preis und die beste heimische Qualität für die Konsument:innen anbieten zu können.“
Beschwerden im Verhältnis gering
Die leichte Zunahme der gemeldeten Fälle führt der Handelsverband vor allem auf die gestiegene Bekanntheit des Fairness-Büros zurück. Insgesamt sei die Zusammenarbeit zwischen Handel, Landwirtschaft und Industrie durch klare gesetzliche Rahmenbedingungen geprägt.
Direkte Verhandlungen mit einzelnen Landwirten spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Der Großteil der Gespräche erfolgt mit Molkereien, Genossenschaften oder Verarbeitungsbetrieben, die ihrerseits die Preise mit den Produzenten abstimmen.
„Gemessen an der Gesamtzahl von zehntausenden Lieferantengesprächen ist die Zahl der Beschwerden weiterhin verschwindend klein. Das zeigt, dass die Geschäftsbeziehungen zu mehr als 99 Prozent auch vonseiten der Lieferanten nicht bemängelt werden. Gleichzeitig begrüßt der Lebensmittelhandel das Aufzeigen einzelner Problembereiche durch das Fairness-Büro. Damit können wir die Zusammenarbeit weiter verbessern und gemeinsam die Versorgungssicherheit hin zur österreichischen Bevölkerung garantieren. Denn Lieferbeziehungen sind dann am stabilsten, wenn alle Partner unter guten Bedingungen arbeiten können“, so Will. (red)
