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Handelsverband: Digitalsteuer Thema für Finanzministerium © Stephan Doleschal

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, fordert neue Digitalsteuer.

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Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, fordert neue Digitalsteuer.

Redaktion 23.01.2018

Handelsverband: Digitalsteuer Thema für Finanzministerium

Ziel: Chancengleichheit und fairer Wettbewerb.

WIEN. Eine vom Handelsverband lange geforderte Maßnahme zur Sicherung des österreichischen Handels steht jetzt auch auf der Agenda des Finanzministeriums: die Einführung einer Digitalsteuer. Derzeit liegt die effektive Steuerlast eines Unternehmens mit digitalem Geschäftsmodell im Schnitt bei nur neun Prozent – und damit um mehr als die Hälfte unter der Steuerlast für Betriebe mit einem traditionellem Geschäftsmodell. Nun geht es darum, rasch eine faire Regelung zu finden und diese europaweit zu implementieren.

Hintergrund: Während jedes heimische KMU mit der Körperschaftssteuer belastet wird, können etwa internationale Online-Händler ohne physische Präsenz in Österreich diese Steuer umgehen und damit Millionenbeträge sparen. Eine EU-Digitalsteuer könnte laut Handelsverband Abhilfe schaffen und damit mehr Chancengleichheit und einen fairen Wettbewerb sicherstellen. Gleichzeitig würden damit auch die Staatshaushalte der EU-Mitglieder sowie deren Arbeitsmärkte gestärkt und der Import von Billigprodukten insbesondere aus Asien gebremst. "Gewinne, die in Österreich erwirtschaftet werden, sollten auch in Österreich versteuert werden. Solange das nicht rechtlich verpflichtend so geregelt ist, kann von Steuergerechtigkeit oder freiem Wettbewerb überhaupt keine Rede sein", bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will; "daher begrüßen wir sowohl das entschlossene Vorgehen des Finanzministers, als auch die vom Bundeskanzler angekündigte sechsmonatige Frist für die Umsetzung der digitalen Betriebsstätte auf europäischer Ebene, um dieser Wettbewerbsungleichheit zu begegnen." Sollte ein europäischer Schulterschluss bis Anfang Juni 2018 nicht realisiert werden können, würde die österreichische Bundesregierung demnach einen nationalen Alleingang forcieren.

Drei Hebel als Kernpunkte der Reform
Hebel 1: Versteuerung "ab dem ersten Euro" bei Einzelpaketversand in die EU
Hebel 2: Besteuerung auch bei Nutzung von Online-Marktplätzen durch Drittstaaten in der EU
Hebel 3: Einführung der digitalen Betriebsstätte zur Beendigung der Körperschaftssteuervermeidung.

(red)

www.handelsverband.at

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