WIEN. Die heimische Lebensmittelbranche hat in den ersten drei Quartalen 2025 weniger Erzeugnisse exportiert und importiert. Zwischen Jänner und September 2025 verringerte sich die Ausfuhrmenge um 3,7 Prozent auf 7,8 Millionen Tonnen, die Einfuhren gingen um gut 1,8 Prozent auf 8,07 Mio. Tonnen zurück. Der Wert der Exporte stieg um 3,2 Prozent auf 13,04 Mrd. Euro, bei den Importen gab es ein Plus von 7,6 Prozent auf 14,95 Mrd. Euro, berichtet die AMA-Marketing.
Die agrarische Außenhandelsbilanz fiel sohin mit einer Differenz von minus 1,9 Mrd. Euro deutlich negativ aus, hieß es im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte die Differenz im betrachteten Zeitraum noch minus 1,2 Mrd. Euro betragen. Eine positive Entwicklung gab es laut AMA-Marketing, die sich auf vorläufige Ergebnisse der Statistik Austria bezieht, beim Handel mit dem wichtigsten Exportpartner Deutschland: Hier legten die Ausfuhren wertmäßig um 3,3 Prozent zu und knackten damit die Marke von 5 Milliarden Euro.
Wurst, Käse und Geflügel aus Österreich in Deutschland gefragt
Gefragt waren im Handel mit Deutschland vor allem alkoholfreie Getränke mit einem Exportwert von rund 530 Mio. Euro, wobei in dieser Kategorie ein Minus von 4,7 Prozent zu verbuchen war. Einen Zuwachs gab es mit 8,8 Prozent bei Würsten, Speck und Fleischzubereitungen, mit gut 450 Mio. Euro ist das die zweitstärkste Kategorie. Auch Käse (plus 13 Prozent auf 370 Mio. Euro) und Geflügelfleisch (plus 14,3 Prozent auf 201 Mio. Euro) aus Österreich fanden deutlich stärkeren Absatz. Generell sei Geflügel wegen der Vogelgrippe derzeit am europäischen Markt sehr gefragt, hieß es von der AMA-Marketing.
Bei Italien, dem zweitwichtigsten Exportland, war mit einem Plus von 2,8 Prozent ebenso ein leichter Exportzuwachs auf rund 1,35 Mrd. Euro zu verzeichnen. Exportsteigerungen gab es darüber hinaus wertmäßig in die Schweiz, dem drittwichtigsten Exportpartner bei agrarischen Produkten (plus 7,2 Prozent auf rund 505 Mio. Euro), sowie Ungarn (plus 6,3 Prozent auf 500 Mio. Euro) und die Niederlande (plus 8,6 Prozent auf 468 Mio. Euro). Eine merkliche Steigerung war auch bei den Exporten nach Frankreich (plus 12,7 Prozent auf 351 Mio. Euro) zu verzeichnen.
Die Daten der AMA beziehen sich auf Produkte der Zollkapitel 1 bis 24. Die Kapitel 1 bis 15 sind landwirtschaftsnah. Die restlichen Kapitel sind verarbeitete Produkte der Lebensmittelindustrie.
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