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Ikea-Gewinn brach 2016/17 trotz höherer Umsätze ein © IKEA
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Redaktion 28.11.2017

Ikea-Gewinn brach 2016/17 trotz höherer Umsätze ein

Weltweiter Überschuss sank im Jahresabstand von 4,2 auf 2,5 Mrd. Euro.

WIESBADEN. Der schwedische Möbelhändler Ikea hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (per 31. August) trotz weiter gestiegener Umsätze weniger Gewinn gemacht. Der Ikea-Konzern bezifferte den weltweiten Überschuss auf 2,5 Mrd. € nach 4,2 Mrd. € im Jahr zuvor.

Die Zahlen seien wegen einer umfassenden Umstrukturierung nicht unmittelbar vergleichbar, sagte eine Sprecherin am Sitz der deutschen Ikea-Gesellschaft in Hofheim bei Wiesbaden. So sei das früher berücksichtigte Großhandelsgeschäft auf eine andere Gesellschaft innerhalb der Gruppe verlagert worden.
Der weltweite Einzelhandelsumsatz des Ikea-Konzerns war im Jahresvergleich auf bereinigter Basis um 3,8% auf 34,1 Mrd. € gewachsen. Das Unternehmen betreibt 355 der weltweit 403 Ikea-Häuser als größter einzelner Franchise-Nehmer. Dafür zahlt er Lizenzgebühren an die in den Niederlanden beheimatete INGKA Holding, was in der Vergangenheit zu Vorwürfen der Steuerumgehung geführt hatte.

Auf die Erträge habe man effektiv 24,9% oder rund 800 Mio. € Steuern gezahlt, teilte das Unternehmen nun für das abgelaufene Geschäftsjahr mit. Einschließlich anderer Steuern und Abgaben komme man auf eine Gesamtbelastung von 1,3 Mrd. €.
Auf seinem wichtigen Einzelmarkt Deutschland mit 53 Häusern verringerte Ikea das Wachstumstempo: Der Umsatz legte nur noch 2,4% auf 4,867 Mrd. € zu, wozu auch drei neue Einrichtungshäuser in Wuppertal, Wetzlar und Magdeburg beitrugen. Deutlich schneller wuchs das Online-Geschäft um 30,7% auf 304 Mio. €.
Auch das Food-Geschäft in den Restaurants und mit Lebensmitteln entwickelte sich in Deutschland mit 4,1% Zuwachs auf 230,5 Mio. € besser als der stationäre Möbelhandel. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass Ikea auch außerhalb seiner Möbelmärkte gastronomische Betriebe eröffnen könnte. Ikea bestätigte entsprechende Überlegungen, betonte aber gleichzeitig, dass es noch keine konkreten Pläne gebe. In den Möbelhäusern will Ikea den Fokus auf Wohnzimmereinrichtungen lenken. (APA/dpa)

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