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Immer mehr für weniger Zucker © Spar / Neumayr Leopold

Spar-Vorstand Markus Kaser hat seit 1. Jänner 2021 den Vorsitz der zucker-raus-initiative inne; er übernahm von Vorgänger und Allianzgründer Gerhard Drexel.

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Spar-Vorstand Markus Kaser hat seit 1. Jänner 2021 den Vorsitz der zucker-raus-initiative inne; er übernahm von Vorgänger und Allianzgründer Gerhard Drexel.

Redaktion 09.09.2022

Immer mehr für weniger Zucker

2019 gegründet, hält die „zucker-raus-initiative” von Spar bei mittlerweile über 50 Mitgliedern und Partnern.

WIEN. Anfang April 2019 verkündeten Spar, Ärztekammer, Vorsorgeinstitut Sipcan und die Lebensmittelproduzenten Berglandmilch und Rauch die Gründung der sogenannten „zucker-raus-initiative”. Erklärte Ziele: das Bewusstsein für erhöhten Zuckerkonsum in der Bevölkerung zu schärfen und Zucker aus Produkten zu entfernen bzw. den Zuckergehalt zu reduzieren.

Über drei Jahre und einige Meilensteine später hält die Allianz bei mittlerweile 52 Mitgliedern – die jüngsten Neuzugänge: Der Münchner Porridge-Hersteller 3Bears und das größte österreichische Diabetesmagazin Mein Leben.

Neue Allianzpartner

„Wer, wenn nicht Menschen mit Diabetes, kann den Wunsch ‚Zucker raus' am besten verstehen und unterstützen”, hält Markus Hüpfl, Vorsitzender der Herausgeberschaft Mein Leben, die neue Partnerschaft für naheliegend. Ähnlich wie der Anti-Zucker-Allianz seien auch der 1992 erfolgten Gründung des Mediums viele Vorbereitungen und Gespräche mit Fachleuten, Verbänden und Unterstützern vorausgegangen; durch die Erlöse des quartalsweise erscheinenden Magazins werden gleichzeitig Kinder mit Diabetes unterstützt.

Die Gründung des Porridge-Start-ups 3Bears vor sechs Jahren verdankt sich wiederum einem (damaligen) Mangel an gesunden Alternativen, wie Co-Founderin Caroline Nichols betont. „Als wir 2016 angefangen haben, dachten die Leute, Porridge sei ein Gemüse. Wir waren damals schon überzeugt, dass Porridge eine der besten Ideen für ein gesundes und leckeres Frühstück ist – nur leider konnten wir nichts für uns Passendes im Handel finden. Alle Produkte waren entweder randvoll mit Industriezucker oder schmeckten im günstigsten Fall nach nichts”. Deshalb habe man angefangen, ein eigenes Porridge zu entwickeln, so Nichols.

Zuckerlimits bei Eigenmarken

„Wir sehen es als unsere Aufgabe als Lebensmittelhändler, die Konsumentinnen und Konsumenten bei einer gesunden Ernährung zu unterstützen. Dazu gehören innovative Produkte ebenso wie die Aufklärungsarbeit über die Gefahren eines zu hohen Zuckerkonsums gemeinsam mit Experten”, erläutert Spar-Vorstand Markus Kaser, der die Sprecherrolle der Initiative mit 1. Jänner 2021 im Zuge des Spar-Vorstandswechsels von Allianzgründer Gerhard Drexel übernommen hatte.

Die gemeinsame Arbeit mit den Top-Medizinern sei Spar „nach wie vor ein sehr großes Anliegen”, man freue sich „über das stetige Wachstum der Allianz und dass wir uns gemeinsam mit allen Partnern weiterhin engagiert für eine weniger zuckerreiche und gesündere Gesellschaft einsetzen”, so Kaser.
Was die Eigenmarken betrifft, hat Spar bereits vor zwei Jahren Zuckerlimits bei Neueinführungen festgelegt – und seither einen vierstelligen Tonnenbetrag an Zucker in rd. 300 Produkten eingespart.

Pandemie macht pummelig

Die Notwendigkeit der Initiative würden aktuelle BMI-Daten zeigen, die an Kärntner Volksschulen erhoben wurden, so Kaser: Waren im Herbst 2019 noch 15% der sieben- bis zehnjährigen Mädchen übergewichtig oder adipös, so lag der Anteil nach einem Jahr Pandemie bereits bei 19,6%. Noch stärker sind die Buben betroffen – ihr Anteil stieg von 15,4 auf 21,3%. (haf)

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