WIEN. Die Shopflächen gehen leicht zurück, allerdings ohne dramatische Einbrüche. Deutlich stärker betroffen sind klassische Einzelhandelsflächen, die seit Jahren schrumpfen. Seit 2016 ist das entsprechende Angebot um mehr als 15% gesunken, im Schnitt um rund 1,4% pro Jahr. Gleichzeitig wird ein Teil dieser Rückgänge durch andere Nutzungen wie Dienstleistungen, Gastronomie oder Freizeitangebote ausgeglichen.
Leerstand bleibt ein Thema, zeigt sich aber je nach Stadtgröße sehr unterschiedlich. Insgesamt liegt die Quote bei rund 8,4%, in Toplagen bei etwa 6,5%. Während größere Städte vergleichsweise stabile Verhältnisse aufweisen, ist der Druck in kleineren Städten deutlich höher. Dort erreichen die Leerstandsquoten teils mehr als 14%.
Auffällig ist zudem die Verschiebung bei Nachnutzungen. Ehemalige Verkaufsflächen werden zunehmend in Büros, Lagerräume oder soziale Einrichtungen umgewandelt. Rund ein Drittel der Flächenwechsel entfällt auf Büro- und Arbeitsnutzungen.
Der Einfluss des Onlinehandels bleibt ein zentraler Treiber dieser Entwicklung. Bereits rund 14% der Konsumausgaben entfallen auf E-Commerce, in einzelnen Segmenten dürfte der Anteil weiter steigen. Gleichzeitig konzentriert sich der stationäre Handel stärker auf zentrale, frequenzstarke Lagen.
Die Attraktivität der Standorte hängt weiterhin stark von der Größe der Städte ab. Größere Städte weisen im Schnitt attraktivere Shopflächen und geringere Leerstände auf, während kleinere Städte stärker unter strukturellen Veränderungen leiden.
Insgesamt zeigt sich: Innenstädte verlieren nicht pauschal an Bedeutung, sondern entwickeln sich zu multifunktionalen Räumen, in denen Handel nur noch ein Teil des Nutzungsmixes ist.
