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Instagram statt Geldbörsel © AFP/Christophe Simon

App-Kauf Vom Sehen zum Kaufen: Diesen Vorgang will der Fotodienst Instagram mittels Bezahlfunktion in der App bald sehr viel schneller und bequemer machen.

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App-Kauf Vom Sehen zum Kaufen: Diesen Vorgang will der Fotodienst Instagram mittels Bezahlfunktion in der App bald sehr viel schneller und bequemer machen.

Redaktion 14.12.2018

Instagram statt Geldbörsel

Über die Foto-Plattform Instagram soll man bald direkt bezahlen können. Was bedeutet das für den Handel?

WIEN. Etwa 500 Mio. aktive Nutzer hat die Foto- und Video-App Instagram derzeit weltweit. In Österreich hat rund jeder Vierte den Fotodienst, der 2010 erschien und 2012 von Facebook übernommen wurde, auf dem Handy installiert.

Das Potenzial dieser hohen Nutzerzahlen soll künftig auch verstärkt für den E-Commerce genutzt werden. Bald soll es möglich sein, über Instagram direkte Bezahlvorgänge abzuwickeln.

Erste Schritte gab es schon

Die App folgt damit einem Weg, der sich schon länger abzeichnet, heißt es von Six Payment Services, einem Dienstleister für bargeldlosen Zahlungsverkehr, der sich des Themas in Form eines „Reality Checks” annahm.

Seit 2016 gab es bei Instagram sogenannte Shopable Tags, die den kaufwilligen Nutzer via Link zum Online-Shop des jeweiligen Anbieters weiterleiteten. Aktuell testet die App eine integrierte Bezahlfunktion. Bislang ist diese nur bei einigen ausgewählten Nutzern in Großbritannien und den USA freigeschaltet. Vorerst konzentriert man sich zudem auf bestimmte Sektoren, etwa Hotelreservierungen oder Kino-Tickets.

Schneller bezahlen

Um die Payment-Funktion zu verwenden, müssen Instagram-Nutzer eine Kredit- oder Debitkarte hinterlegen und einen PIN wählen. So lassen sich Zahlungen direkt in der App abwickeln. Die neue Funktion dürfte den Bezahlvorgang im Vergleich zur bisherigen Weiterleitung an den Online-Shop mit dortiger Registrierung oder Anmeldung deutlich verkürzen. Noch ist nicht klar, ob der Dienst Händler zur Kasse bitten möchte.

Das Angebot lohnt sich für Instagram vermutlich auch ohne Händler-Gebühr. Es ist davon auszugehen, dass Unternehmen verstärkt Werbung auf der Plattform schalten werden, wenn ein Direktkauf möglich ist.
Generell sieht Roger Niederer, Head of Merchant Services von Six Payment Services, für den Einzelhandel großes Potenzial in der Entwicklung. Gerade über die Plattform Instagram, auf der ein großes Netz von sogenannten Influencern besteht, ließen sich Follower und damit potenzielle Kunden gezielt ansprechen.
Mit der neuen Bezahlfunktion könne das Shopping noch intuitiver und die Customer Journey bequemer werden. Zu viele Klicks und Weiterleitungen würden sich erwiesenermaßen negativ auf die Kundenerfahrung auswirken.

Digitale Zukunft

Instagrams Schritt zur eigenen Bezahlfunktion müsse man im Kontext einer großen Entwicklung in Richtung vielfältigeres Online-Bezahlverhalten sehen, so Niederer. Händler müssen auf verschiedene Payment-Vorgänge und solide Service Provider setzen, um für die digitale Zukunft fit zu sein. (red)

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