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Ist Bio homogen? © dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Die neue Bio-Verordnung verschärft u.a. die ökologischen Standards für Bio-Produkt-Importe aus Drittstaaten.

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Die neue Bio-Verordnung verschärft u.a. die ökologischen Standards für Bio-Produkt-Importe aus Drittstaaten.

Redaktion 17.11.2017

Ist Bio homogen?

Der Verein Arche Noah hofft auf ein „Ja” von Österreich bei der Abstimmung der neuen EU Bio-Verordnung.

WIEN. Nach einem langen Hin und Her ist es nun so weit: Am kommenden Montag, dem 20. November, werden die EU-Regierungen über die neue EU-Bio-Verordnung abstimmen. Wie der finale Text aussehen soll, wird seit Anfang der Woche in Brüssel diskutiert.

Der Verein Arche Noah beobachtet seit Monaten die Diskussion rund um die Zukunft der Agrarpolitik in der Europäischen Union. „Es wird spannend – denn ob eine qualifizierte Mehrheit für die Verordnung gefunden werden kann, ist noch unsicher”, so Katherine Dolan, Arche Noah Bereichsleiterin ­Politik. In Österreich gibt es derzeit noch etwas Widerstand gegen die neue Verordnung; der Verein fordert hier von der österreichischen Regierung ein „Ja” bei der Abstimmung. In der neuen Verordnung soll es erstmals möglich sein, dass Saatgut mit „größerer genetischer und phänotypischer Diversität im Bio-Sektor legal vermarktet werden darf”, erklärt Dolan. Derzeit sei dies noch nicht möglich. Die Vorgänger-Verordnungen aus den Jahren 2007 und 2008 bilden die erste verbindliche Grundlage für den Erhalt eines biologischen Landbaus in den EU-Staaten. Sie regeln unter anderem die Produktion, die Verarbeitung, die Kontrolle und den Import von Bio-Produkten. Laut Katherine Dolan werden dort nur homogene, uniforme Pflanzensorten zugelassen.

Bio-Importe aus Drittländern

Vor ungefähr einem Monat gab es eine Podiumsdiskussion über die neue Bio-Verordnung in Berlin, zu der Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Berichterstatter des Parlaments eingeladen hatte. Es ging um Pestizidspuren, die unbeabsichtigt von Nachbarfeldern auf den Ökoacker verweht werden. Bisher gebe es dafür noch keine besonderen Grenzwerte – Häusling plädiert für eine Nulltoleranz. Problematisch sei zudem der steigende Import von Bio-Produkten aus Drittstaaten, wo die Erzeuger bislang zu ihren eigenen ökologischen Standards produzierten. In der neuen Verordnung sollen diese mit europäischen Standards harmonisiert werden. Heute am Freitag (17. 11) wird die Diskussion u.a. mit Martin Häusling erneut stattfinden, dieses Mal in der Diplomatischen Akademie in Wien. (red)

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