Kaufkraft steigt nominell – real leicht rückläufig
© APA Hans Klaus Techt
RETAIL Redaktion 17.03.2026

Kaufkraft steigt nominell – real leicht rückläufig

WIEN. Die Kaufkraft in Österreich erreicht einen neuen nominellen Höchststand, real zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Laut aktueller Analyse von RegioData Research liegt die durchschnittliche Kaufkraft pro Kopf und Jahr bei 29.282 Euro und damit um 3,1% über dem Vorjahr. Gleichzeitig lag die Inflation bei 3,6%, wodurch sich inflationsbereinigt ein leichter Rückgang ergibt.

Langfristig zeigt sich dennoch ein klarer Aufwärtstrend. Seit 2015 ist die Kaufkraft pro Kopf von 20.646 Euro auf den aktuellen Wert gestiegen – ein Plus von rund 8.636 Euro beziehungsweise etwa 42% innerhalb von zehn Jahren. Besonders seit 2023 haben die nominellen Zuwächse deutlich angezogen, wurden jedoch durch die hohen Preissteigerungen der vergangenen Jahre relativiert.

Im europäischen Vergleich bleibt Österreich weiterhin im oberen Feld der kaufkraftstärksten Länder und liegt aktuell auf Rang acht. Staaten wie die Schweiz, Luxemburg oder Dänemark erreichen zwar deutlich höhere Werte, Österreich positioniert sich jedoch klar über Ländern wie Italien oder Spanien.

Während sich das Kaufkraftniveau in Westeuropa insgesamt ähnlich entwickelt, verzeichnen mehrere südosteuropäische Staaten derzeit höhere Wachstumsraten. Diese profitieren von strukturellen Aufholprozessen und steigenden Einkommen, wodurch sich der Abstand zu wirtschaftlich stärkeren Ländern langsam verringert.

Im Vergleich mit Deutschland bewegt sich Österreich weiterhin auf einem ähnlichen Niveau. Beide Länder zählen im europäischen Kontext zum oberen Bereich und waren in den vergangenen Jahren gleichermaßen von der Inflationsentwicklung betroffen.

Damit zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Nominell steigt die Kaufkraft weiter und erreicht neue Höchststände, real bleibt der Konsumspielraum der Haushalte jedoch leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Langfristig bleibt der Trend dennoch positiv, kurzfristig wird die Entwicklung weiterhin vom Inflationsdruck gebremst.

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