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Krise abwarten und Tee trinken © PantherMedia/Yevgeniy Sambulov

Im eigentlich Sinn gilt nur als Tee, was aus der Teepflanze Camellia sinensis hergestellt wird, also Schwarz- und Grüntee. Kräuter- und Früchtetee stellen „teeähnliche Aufguss­getränke” dar.

© PantherMedia/Yevgeniy Sambulov

Im eigentlich Sinn gilt nur als Tee, was aus der Teepflanze Camellia sinensis hergestellt wird, also Schwarz- und Grüntee. Kräuter- und Früchtetee stellen „teeähnliche Aufguss­getränke” dar.

Redaktion 06.11.2020

Krise abwarten und Tee trinken

Der österreichische Teemarkt wächst im Corona-Jahr 2020 um beachtliche zehn Prozent auf 58,1 Mio. Euro.

••• Von Paul Hafner

WIEN. Die Österreicher trinken in der Krise mehr Tee: Das zeigen die neuesten Zahlen zum heimischen Teemarkt. So beläuft sich der Umsatz zwischen September 2019 und September 2020 auf 58,1 Mio. €, was einem Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von zehn Prozent entspricht. Der Absatz an Teebeuteln beläuft sich auf knapp 542 Mio., was wiederum einem Plus von 6,3% entspricht.

Plus in allen Segmenten

Hierzulande am meisten getrunken werden nach den Daten des Österreichischen Teeverbands unverändert Kräuter- und Früchtetee, die gemeinsam den Löwenanteil (rd. 80%) des Umsatzes ausmachen. Weit dahinter landen Schwarz- und Grüntee, deren Umsatz- und Absatzzahlen aber ebenfalls ein deutliches Plus verbuchen konnten.

„Ist der österreichische Teemarkt normalerweise stark von saisonalem Verbrauch geprägt, so präsentiert sich 2020 auch in puncto Teekonsum als Ausnahmejahr”, erklärt Johann Brunner, Geschäftsführer des Österreichischen Teeverbands.
So habe die aktuelle Pandemie „einerseits bereits bestehende Trends weiter verstärkt – wie zum Beispiel der Trend des Konsumenten, zu einem gesunden Lebensstil zu finden und bewusster zu leben. Darüber hinaus haben aber auch Homeoffice, die Einschränkungen in der Gastronomie und der Reisetätigkeiten neue Möglichkeiten für einen verstärkten Teegenuss in den eigenen vier Wänden geschaffen.”

Convenience muss sein

Bei der Zubereitung setzt der österreichische Teetrinker auf Convenience, rd. 90-95% der Konsumenten setzen auf den bewährten Teebeutel. Auch wenn loser Tee immer mehr Anhänger findet, bleibt er nach wie vor ein Nischenprodukt.

Ein stark wachsendes Segment sind umgekehrt Ready-to-Drink-Produkte, zu denen längst nicht mehr nur klassischer Eistee zählt. Im Fokus steht bei den Herstellern echter Teeaufguss ohne Zusätze und möglichst auf Bio-Basis, der sofort aus der Flasche oder Dose konsumiert werden kann.

Probierfreudigkeit steigt

Eine steigende Nachfrage vermeldet der Teeverband bei nachhaltigen und bio-zertifizierten Produkten. Der Konsumwunsch nach regionalen Produkten schlägt auch beim Tee zumindest teilweise durch, nämlich zugunsten heimischer Früchte- und Kräutertee-Produkte. Neben Teemischungen mit Superfoods und Wellness-Charakter zählen Kurkuma und Ingwer schon seit längerer Zeit zu den Trendgeschmackssorten. Als neue Zutat findet sich heuer Hanf in immer mehr Teemischungen.

„Tee ist Vielfalt und so wird er auch zunehmend wahrgenommen und konsumiert. Wie heißt es so schön: Tee zieht immer – es gibt für jeden Moment, jeden Geschmack die richtige Sorte”, kommentiert Brunner. Der heimische Handel komme den veränderten Konsumentenbedürfnissen und Qualitätsansprüchen nach und biete ein entsprechendes Angebot, sowohl in Beutelform als auch lose. Der Teetrinker werde „immer experimentierfreudiger und kann – dank der österreichischen Teeproduzenten – auf ein großes Repertoire an Sorten zurückgreifen.”

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