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Kritik an Sonntag-Ladenschluss APA_GEORG_HOCHMUTH
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Redaktion 19.04.2016

Kritik an Sonntag-Ladenschluss

Signa-CEO Christoph Stadlhuber: "Goldenes U" und "Goldenes Quartier" generieren ein Viertel der EH-Umsätze.

WIEN. Die Signa-Gruppe von Rene Benko bei ihren Immo-Investments weiter stark auf die Innenstädte und will dabei primär kombinierte Einzelhandels/Gastronomie-Standorte verwirklichen. Zwar laufe das „Goldene Quartier" samt dem "Goldenen U" mit Kärntner Straße, Graben und Kohlmarkt in Wien hervorragend – ein Viertel der Non-Food-Einzelhandelsumsätze Österreichs würden dort generiert, so Signa-Prime-CEO Christoph Stadlhuber. Doch der sonntägliche Ladenschluss in Wien sei fatal, das spüre die Hotellerie - in der sich Signa ebenfalls betätigt - zuerst. Es greife sich jeder auf den Kopf, dass es in Österreich zwar 853 Sonntagsöffnungszonen aus touristischen Gründen gebe, davon aber keine einzige in Wien, kritisierte Stadlhuber am Montagabend im "Salon Z". Zumindest in bestimmten Gegenden im 1. Bezirk, in der Mariahilfer Straße und bei Schönbrunn sollte das doch möglich sein, meinte er: "Es geht uns nicht so gut, um auf solche Vorteile, die Wien zu bieten hat, zu verzichten."

Die deutschen Karstadt-Warenhäuser und das Flaggschiff KaDeWe in Berlin sehe man wie das "Goldene Quartier" in Wien nicht als reines Immo-Investment, betonte Stadlhuber: "Nur ein einziger Standort am Ku'damm in Berlin gehört uns, der Rest ist gemietet." Bei dem 20.000-Mitarbeiter-Handelskonzern mit 3 Mrd. Gesamtumsatz stehe eine Retail-Philosophie dahinter, die man seit zwei Jahren verfolge: "Wir glauben an Karstadt", jedoch müsse man Flächendynamik und flexible Mitarbeiter-Einsatzmöglichkeit hineinbringen. "Die Sanierung von Karstadt ist fast abgeschlossen, wir starten jetzt in die Kaufhaus-Modernisierung hinein". Insgesamt investiere man 180 Mio. Euro in KaDeWe. Auch diese Standorte sehe man, wie das "Goldene Quartier" in Wien, als Teil des Trends der Belebung der Innenstädte. Nach Wien habe man als Signa 20 Luxus-Marken geholt, 18 Brands davon seien dadurch überhaupt erstmals hier vertreten.

Auch Wien soll ein "Eataly"-Feinkostgeschäft bekommen, aber erst in zwei Jahren, so CEO der Signa Prime und Geschäftsführer der Signa Holding. Derzeit habe man drei mögliche Standorte dafür im Fokus. Die Filiale in München, die erste europäische außerhalb Italiens, wurde schon nach kurzer Zeit vom Handelsverband Deutschland zum "Store of the Year 2016" gekürt. Auf 4.600 m2 decken dort 16 Gastrobereiche vom Pasta-Restaurant über eine Käsebar bis zum Eissalon die Küche Italiens ab. Die Feinkostfirma wurde vor 13 Jahren vom Piemonter Unternehmer Oscar Farinetti gegründet. Weltweit betreibt man laut einem Bericht vom Februar 27 Standorte in acht Ländern - u.a. in den USA, Dubai und Japan. Die ersten 26 Geschäfte setzten 2014 etwa 400 Mio. Euro um. Neben Deutschland und Österreich will Signa die Kette auch in die deutschsprachige Schweiz bringen. Für die Expansion gründeten "Eataly" und Signa im Herbst ein Joint Venture. (APA/red)

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