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Redaktion 25.04.2017

Mega-Fusion - Bayer-Monsanto

Fusion bringt bäuerliche Landwirtschaft unter Druck.

BERLIN/AACHEN. Vor der Hauptversammlung des Bayer-Konzerns am 28. April warnen entwicklungspolitische Organisationen vor den Folgen der Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer.
Mit den Fusionen von Dow-DuPont und ChemChina-Syngenta sowie der geplanten Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer könnten in Zukunft drei Megakonzerne fast zwei Drittel des weltweiten Markts für Saatgut und Agrarchemikalien kontrollieren; damit haben sie auch einen großen Einfluss auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die Ernährung von Milliarden Menschen.

Vor allem Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in Entwicklungsländern würden unter den Preissteigerungen, der begrenzten Auswahl bei Saatgut und Pestiziden sowie den Gesundheitsschäden durch den Einsatz von Agrarchemikalien leiden. Wo großflächig industriell vertriebenes Saatgut genutzt wird, würden bereits heute große Mengen an Agrarchemikalien eingesetzt. "Der massive Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden hat vor allem im Globalen Süden verheerende Folgen. Partnerorganisationen berichten von gesundheitlichen Schäden durch den intensiven und ungeschützten Einsatz von Pestiziden, von verseuchten Böden und Wasserquellen", so Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Gerade dort fehle es oftmals an Regulierungen zum Pestizideinsatz durch Regierungen und an einer Aufklärung über Schutzmaßnahmen sowie die Gefahren durch den Einsatz von Pestiziden für Gesundheit und Umwelt seitens der Hersteller. "Mit der Übernahme von Monsanto wird die Verantwortung des Konzerns Bayer umso größer, den Schutz von Bauernfamilien und Landarbeitern zu garantieren", so Spiegel.

Bäuerliche Familienbetriebe aus dem Globalen Süden vermehren ihr Saatgut meist selbst, tauschen es untereinander und treiben damit die Weiterentwicklung von Saatgut eigenständig voran; ihr Saatgut ist lokal angepasst, erschwinglich und erhält die Artenvielfalt. "Kommt es zur Fusion, schrumpft der Raum für nichtkommerzielle Alternativen, weil die Marktmacht zu überwältigend ist. Saatgutzüchtungen werden dann nur noch an den Interessen weniger Konzerne orientiert. Das bedeutet, dass vor allem Pflanzen gezüchtet werden, die hohe Gewinne bringen. Folge der Marktkonzentration werden vermutlich der weitere Verlust der Nutzpflanzenvielfalt, steigende Saatgutpreise und die verstärkte Abhängigkeit der Bauern von Düngemitteln und Pestiziden sein", so Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. (OTS)

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