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Mehr Transparenz gegen Billig-Fleisch © Gourmet

Hannah-Heidi Schindler.

© Gourmet

Hannah-Heidi Schindler.

Redaktion 18.01.2021

Mehr Transparenz gegen Billig-Fleisch

WWF fordert umfassende Kennzeichnung von Lebensmitteln.

WIEN. Umweltschutzorganisation für transparente Lebensmittel-Kennzeichnung nach Herkunft und Tierwohl in Handel und Gastronomie – Blockaden müssen aufhören. Anlässlich des aktuellen Regierungsstreits fordert die Umweltschutzorganisation WWF Österreich eine umfassende Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln im Handel und in der Gastronomie. Zusätzlich muss es dabei um Tierwohl-Standards und Produktionsbedingungen gehen, wofür es auf der nationalen und europäischen Ebene Verbesserungen braucht. Zugleich fordert der WWF die Wirtschaftskammer und die Lebensmittelindustrie auf, ihre Blockaden gegen mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu beenden. „Die Menschen müssen wissen, was auf ihren Teller kommt. Eine klare Kennzeichnung könnte auch das Billigfleisch zurückdrängen, unter dem das Klima, die Tiere und die heimische Landwirtschaft leiden“, sagt WWF-Ernährungsexpertin Hannah-Heidi Schindler.

Zum Beispiel wird in Europa fast jedes dritte Kalb in den Niederlanden gemästet und geschlachtet und findet später seinen Weg als Schnitzel in heimische Restaurants, ohne dass dies transparent wird. „Europa und damit Österreich sind mitverantwortlich für die zerstörerischen Bedingungen, unter denen Tiere gehalten und Futtermittel auf Kosten der Regenwälder angebaut werden. Das Mindeste ist, das transparent zu machen“, fordert Hannah-Heidi Schindler.

Insbesondere bei verarbeiteten und verpackten Lebensmitteln mit der Primärzutat Fleisch, Milch und Eier bleiben wesentliche Inhalte im Dunkeln. Die im Vorjahr aufgrund einer EU-Richtlinie in Kraft getretenen kleinen Fortschritte reichen noch lange nicht aus. „Die Bundesregierung muss den nationalen Spielraum voll ausschöpfen und zusätzlich auf der europäischen Ebene Verbesserungen einbringen“, appelliert Schindler. „Die Konsumenten haben ein Recht darauf, zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, ob sie umweltfreundlich produziert wurden und wie es den Menschen und Tieren geht, die an der Produktion beteiligt sind – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“

Der WWF Österreich unterstützt in diesem Zusammenhang die Anliegen des Tierschutz-Volksbegehrens, das ab heute,
18. Jänner 2021, zur Unterschrift aufliegt. Demnach sollen alle tierischen Lebensmittel in Einzelhandel, Gastronomie und öffentlichen Küchen nach Herkunft und Tierwohl gekennzeichnet werden. (red)

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