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Neuer Chef will Versandhauskonzern Otto auf Wachstum trimmen Otto Group_Joerg Boethlin

Der deutsche Handels- und Dienstleistungskonzern Otto ist durch seinen Umbau profitabler geworden.

Otto Group_Joerg Boethlin

Der deutsche Handels- und Dienstleistungskonzern Otto ist durch seinen Umbau profitabler geworden.

Redaktion 18.05.2017

Neuer Chef will Versandhauskonzern Otto auf Wachstum trimmen

Umsatz soll binnen fünf Jahren um gut ein Drittel auf 17 Mrd. Euro steigen.

HAMBURG. Der deutsche Handels- und Dienstleistungskonzern Otto ist durch seinen Umbau profitabler geworden und schaltet nun wieder auf Wachstum. Binnen fünf Jahren soll der Umsatz auf 17 Mrd. € gesteigert werden, wie der seit Jahresanfang amtierende Vorstandschef Alexander Birken am Mittwoch ankündigte; das ist gut ein Drittel mehr als zuletzt.

Für die angepeilte Steigerung setzt Europas größter Versandhauskonzern vor allem auf den Onlinehandel. Der Einkauf über Smartphones und Tablets im Internet steuert mit knapp 7 Mrd. € bereits jetzt mehr als die Hälfte zum Konzernumsatz von Otto bei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 (bis Ende Februar) steigerte das Hamburger Familienunternehmen die Erlöse auf vergleichbarer Basis insgesamt um fünf Prozent auf 12,5 Mrd. €.

Das Online-Angebot an Produkten und Dienstleistungen will Birken weiter ausbauen. Zudem soll das stark wachsende Start-up Collins mit der Plattform "About You" zu einem Unternehmen mit Milliardenumsatz entwickelt werden. Weiteren Zuwachs verspricht sich Otto von den klassischen Modeanbietern Bonprix und Witt sowie vom amerikanischen Möbel- und Lifestyle-Spezialisten Crate & Barrel. Birken will den Konzern zudem für Partner öffnen: "Wir können uns vorstellen, stärker als bisher Beteiligungen an ausgewählten wachstumsstarken Konzernunternehmen zuzulassen."

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erntete der Konzern mit weltweit knapp 50.000 Beschäftigten die Früchte des Umbaus. Unter Birkens Vorgänger Hans-Otto Schrader hatte Otto mehrere Tochtergesellschaften saniert und sich von unprofitablen Beteiligungen getrennt. Der Betriebsgewinn (EBIT) legte um fast 40% auf 365 Mio. € zu. Trotz erneut hoher Belastungen aus dem Verkauf der Handelsaktivitäten der französischen 3SI Group bleibt unter dem Strich ein Überschuss von 41 Mio. €. Im vorangegangenen Jahr hatte ein Nachsteuerverlust von 190 Mio. € in der Bilanz gestanden. (APA/Reuters)

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