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Neuer Rewe-Chef REWE Group

Lionel Souque

REWE Group

Lionel Souque

Redaktion 26.06.2017

Neuer Rewe-Chef

Lionel Souque übernimmt.

KÖLN. Der Machtwechsel bei Deutschlands zweitgrößtem Lebensmittenhändler wird vollzogen: Lionel Souque übernimmt per 1. Juli die Leitung der Kölner Rewe-Gruppe.Der 45-jährige Manager stand bisher im Schatten seines Vorgängers Alain Caparros, der es liebte, mit starken Worten Schlagzeilen zu machen - zuletzt im Kampf um die Kaiser's Tengelmann-Supermärkte. Die Rewe-Gruppe kennt Souque aber so gut wie kaum ein anderer.

Wie Caparros ist Souque Franzose, er verzichtet gern auf eine Krawatte. Wie Caparros liebt er moderne Kunst. Doch gilt der neue Chef als deutlich ausgeglichener als sein Vorgänger; der bekennende Sportfan mit einem Faible für Fußball, Handball, Basketball und Biathlon spricht perfektes Deutsch mit einem leichten französischen Akzent. Gelernt hat er es während eines zweijährigen Studienaufenthalts in Reutlingen. Nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums führte der Weg des gebürtigen Parisers zum Kölner Lebensmittelhändler, der gerade mit seiner Auslandsexpansion begann und deshalb auf der Suche nach ausländischen Mitarbeitern war.

Am Anfang gab’s Krawalle
An die erste Zeit beim Kölner Unternehmen erinnert sich der Manager noch heute mit gemischten Gefühlen. Schon nach wenigen Monaten bekam er die Leitung einer Filiale der Diskont-Tochter Penny in einem sozialen Brennpunkt in München übertragen. "Fast jeden Tag gab es Krawall im Markt", erzählt er. Doch Souque biss sich durch und machte schnell Karriere.

Zunächst bei den Auslandstöchtern von Rewe: "Ich hatte Glück, das wollte kein anderer machen", erzählt er und lobt die Vorteile des Schritts, denn "im Ausland konnte man viel mehr entscheiden." Immer wieder wechselte der Manager in den Folgejahren das Land, knüpfte neue Kontakte und sammelte Erfahrungen. Das machte sich bezahlt: Bereits mit 35 zog er 2007 in den Vorstand von Rewe International ein, 2009 übernahm er die Leitung von Rewe Deutschland und wurde Mitglied des Gesamtvorstands. Jetzt wartet der Chefsessel.

Privat hatte die Ochsentour durchaus ihren Preis: Seine spätere Frau, eine Französin, hatte Souque bereits bei seinem Studium in Reutlingen kennengelernt, doch die Berufswege führten sie geografisch weit auseinander. "In den ersten acht Jahren haben wir nie im selben Land gelebt, aber wir haben uns praktisch jede Woche gesehen", erzählt der Manager. Die Beziehung hielt – heute lebt die Familie mit drei Kindern, drei Meerschweinchen und einem Hund in Köln.

Reibungsloser Übergang
Der Übergang zwischen Caparros und Souque dürfte weitestgehend geräuschlos erfolgen, schließlich haben beide schon seit Jahren als Team gearbeitet. Langweilig dürfte es dem Manager aber nicht werden – die Herausforderungen, mit denen er sich in den nächsten Jahren herumschlagen muss, sind beträchtlich. Erstens: die wiedererstarkten Diskonter. Nach einer kurzen Schwächephase glänzen Aldi und Lidl derzeit auch in Deutschland wieder mit kräftigen Umsatzzuwächsen, sie stecken Milliarden in die Modernisierung ihrer Läden und rücken optisch und in Teilen des Angebots immer näher an die klassischen Supermärkte heran. Hier wird Rewe reagieren müssen. Zweitens: Die demografische Entwicklung. Durch den erwarteten Bevölkerungsrückgang drohen nicht nur Umsatzeinbußen. Es dürfte für Rewe auch schwieriger werden, genug neue Mitarbeiter zu finden. Drittens: die Online-Konkurrenz. Spätestens seit dem Start von Amazon Fresh ist klar, dass auch der Lebensmittelhandel nicht von der Konkurrenz aus dem Internet verschont bleibt. Zwar bietet Rewe schon heute in 75 Städten selbst die Möglichkeit zum Online-Einkauf. Doch von einem lukrativen Geschäftsmodell ist der Handelsriese in diesem Bereich noch ein ganzes Stück entfernt. "Ich glaube nicht, dass wir in den nächsten drei bis fünf Jahren mit Online Geld verdienen, aber andere auch nicht", beschreibt Souque selbst die Lage. (APA)

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