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Neues Verfahren gegen Praxis des Küken-Tötens © Seleggt GmbH
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Redaktion 28.11.2018

Neues Verfahren gegen Praxis des Küken-Tötens

Die Rewe-Group bietet „Seleggt“-geprüfte Eier ab Frühjahr 2020 in Österreich an.

WIEN. Was dank von Ja! Natürlich im Bio-Bereich bereits Standard für heimische Bio-Eier-Produzenten ist – nämlich männliche Küken nach dem Schlüpfen nicht auszusortieren und zu töten – kann nun dank des innovativen „Seleggt“-Verfahrens auch auf den konventionellen Bereich ausgeweitet werden. Das Problem ist bekannt: Legehennen-Rassen legen viele Eier, sind im Gegensatz zu Masthuhn-Rassen aber als hochwertige Fleisch-Lieferanten nicht optimal geeignet. Und da männliche Nachkommen in der Eier-Produktion keine Aufgabe haben, werden sie nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet. Ja! Natürlich hat auf diese Problemstellung mit einem mehrjährigen Pionier-Projekt reagiert: Seit 2016 werden im Biobereich nun auch alle männlichen Küken in artgemäßer Haltung aufgezogen. Alle Ja! Natürlich-Eier stammen ausschließlich von Hennen, deren Brüder aufgezogen wurden, den „Moosdorfer Mini-Gockel“ gibt es im Ganzen bei Merkur und in ausgewählten Billa-Filialen zu kaufen. Darüber hinaus wird das Fleisch dieser Tiere für Bio-Gockel-Frankfurter, erhältlich bei Merkur und Bio-Miniwürstel für Kinder herangezogen, welche flächendeckend in ganz Österreich bei Billa und Merkur erhältlich sind.

Nun konnte mit dem innovativen „Seleggt“-Verfahren auch für den konventionellen Bereich ein Durchbruch zur Beendigung des Küken-Tötens gefunden werden: das Geschlecht wird bereits im Brut-Ei non-invasiv bestimmt, sodass männliche Küken nicht mehr ausgebrütet werden müssen. „Die Förderung von mehr Tierwohl ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Dank „Seleggt“ können wir unseren Kundinnen und Kunden nun ab 2020 eine Möglichkeit bieten, mit ihrer Produktwahl der Praxis des Küken-Tötens ein Ende zu bereiten“, so Marcel Haraszti, Vorstand der Rewe International AG.

„Seleggt“-geprüfte Eier ab Frühjahr 2020 bei Billa, Merkur, Penny und Adeg
Zur Vorgeschichte: Die deutsche Rewe Group hat gemeinsam mit einem Technologie-Unternehmen die Seleggt GmbH als Joint Venture gegründet, um die Grundlagenforschung zur hormonellen Geschlechtsbestimmung in Brut-Eiern so voranzutreiben, dass marktreife Lösungen entstehen.

Das nunmehr marktreife „Seleggt“-Verfahren beruht auf entsprechenden Ergebnissen der Universität Leipzig und wurde kürzlich in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. In mehr als 220 Berliner Rewe- und Penny-Märkten sind auch seit November die ersten Eier erhältlich, deren Legehennen als Brut-Ei das Verfahren durchlaufen haben. Für 2019 ist seitens der Rewe Group Köln der nationale Rollout auf alle rd. 5.500 deutschen Märkte geplant, zeitgleich laufen in Österreich alle Vorarbeiten, um die „Seleggt“-geprüften Eier von österreichischen Produzenten ab dem Frühjahr 2020 bei Billa, Merkur, Penny und Adeg anzubieten. „Derzeit arbeitet die Seleggt GmbH in Deutschland an einer Methode, um die Technik den Brütereien kostenneutral zur Verfügung zu stellen. Sobald dieses Modell steht, gehen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten mit Hochdruck an die operative Umsetzung für Österreich“, betonen Alfred Propst, Geschäftsleiter Vollsortiment Österreich Ware II, und Tanja Dietrich-Hübner, Leitung Stabstelle Nachhaltigkeit der Rewe International AG.

Wie „Seleggt“ funktioniert - non-invasive Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei
In die Schale des Brut-Eies wird mit Hilfe eines Lasers ein maximal 0,3 Millimeter kleines Loch gebrannt, über das non-invasiv eine winzige Menge der so genannten Allantoisflüssigkeit entnommen wird. Das Innere des Brut-Eies wird dabei nicht berührt und bleibt unversehrt. Nach der Entnahme muss das Brut-Ei nicht verschlossen werden, da sich die innere Eimembran selbstständig zusammenzieht und das winzige Loch von innen verschließt. Mittels eines patentierten Markers wird nun überprüft, ob sich in der Allantoisflüssigkeit das geschlechtsspezifische Hormon Östronsulfat nachweisen lässt. Ist dies der Fall, entwickelt sich in dem Brut-Ei ein weibliches Küken. Fehlt dieses Hormon, handelt es sich um ein männliches Brut-Ei, das aussortiert und zu hochwertigem Tierfutter weiterverarbeitet wird.

Das „Seleggt“-Verfahren hat in der Praxis eine Bestimmungsgenauigkeit von rund 98 Prozent. Die lückenlose Rückverfolgbarkeit stellt eine innovative Blockchain-Technologie sicher. Die Daten werden dezentral gespeichert, sind für alle Teilnehmer der Lieferkette einsehbar und unveränderlich. So wird eine hohe Sicherheit über die gesamte Lieferkette gewährleistet. (red)

Mehr Informationen zu diesem Thema bieten Videos unter folgendem Link: Rewe Group

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