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Online-Player gehen offline © Caro Strasnik/Active Agent

Philipp Mayer-Reinberg ist Geschäfts­führer von Active Agent.

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Philipp Mayer-Reinberg ist Geschäfts­führer von Active Agent.

Redaktion 27.05.2016

Online-Player gehen offline

Immer mehr Onlinehändler seien auf der Suche nach Geschäftslokalen, um auch das nicht Internet-affine Publikum zu gewinnen, so Philipp Mayer-Reinberg von Active Agent.

WIEN. Online-Player wie Zalando und Amazon liebäugeln mit Flächen im stationären Handel, um dort Fuß zu fassen und neue Kundengruppen abzufangen, glaubt Philipp Mayer-Reinberg, Geschäftsführer von Active Agent. (Dem Vermieter von Handelsflächen in ganz Österreich vertrauen u.a. Unternehmen wie Libro, Tedi und Ernstings Family.) „Die Nachfrage ist groß. Denn anders als erwartet hat der Online-Handel den Offline-Handel nicht verdrängt.”

Mayer-Reinberg zufolge lautet das Ziel, unterschiedliche Kundenbedürfnisse bestmöglich abzudenken, was zu einer Verschmelzung der beiden Kanäle Online und Offline führen könnte. Dabei würde es vor allem um „rationale und emotionale Aspekte” gehen, die online und offline jeweils andere sind. Während der stationäre Handel mit persönlichem Service und der Greifbarkeit der Ware punktet, ist der Onlinehandel vor allem ein Zeit- und Geldsparer. „Wir denken, heutzutage wird sich jeder Händler in einem wachsenden Marktsegment Gedanken darüber machen, über welche Vertriebskanäle er die Produkte an den Kunden bringt. Die neue Perspektive liegt in der Verschmelzung der Kanäle”, prognostiziert Mayer-Reinberg. Und führt weiter aus: „Es wird immer Kunden geben, die eine bestimmte Angebotsschiene präferieren, und falls diese nicht angeboten wird, könnte der Kunde Alternativen in Betracht ziehen und der Umsatz wird so anderswo generiert.” Nichtsdestotrotz sei am Ende aber der Gesamtumsatz entscheidend und nicht, welcher Vertriebskanal am stärksten war.

Genug Platz für alle

Ein möglicher Einstieg der Onlinehändler in den stationären Handel hätte keine gröberen Auswirkungen auf Geschäftsflächen und Mietpreise, glaubt Mayer-Reinberg. Die Entwicklung der Mietpreise schwankt ohnehin sehr stark, je nach Lage und Größe. „Bei kleineren Flächen schwankt die Miete bei plus minus 400 Euro pro Quadratmeter am Graben beziehungsweise 150 Euro auf der Mariahilferstraße, mit leichtem Trend nach oben.” Größere Flächen von über 500 m2 würden oft mit Ausbauzuschüssen vom ­Eigentümer oder anderen Anreizen vermietet, um die Miete höher zu halten. Generell sei es jedoch immer schwieriger, größere Flächen (über 1.000 m2) zu vermieten, da es nicht mehr so viele Marken gibt, für die so große Flächen infrage kommen. Umfragen und Untersuchungen Standort + Markt zufolge liegen die Leerstandsraten auf der Mariahilferstraße und der Innenstadt in Wien bei 3,6 bzw. 2,3%; in Wels und Wiener Neustadt sind es sogar über 10% – also genug Platz für den einen oder anderen Onlinehändler, um ein geeignetes Plätzchen zu finden. (nn)

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