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Preisanstieg im deutschen Großhandel beschleunigt sich © Petra Bork_pixelio.de
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Redaktion 14.09.2021

Preisanstieg im deutschen Großhandel beschleunigt sich

Stärkste Teuerung seit 1974.

BERLIN. Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel sind im August 2021 so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Sie lagen um 12,3% höher als ein Jahr zuvor, wie das deutsche Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Einen kräftigeren Anstieg gab es zuletzt im Oktober 1974 mit 13,2% während der ersten Ölkrise. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb erneut deutlich: Im Juli hatte die Teuerungsrate bei 11,3 und im Juni bei 10,7 Prozent gelegen.

Die Entwicklung gilt als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen, da der Großhandel das Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden ist.

"Der hohe Anstieg der Großhandelspreise im Vorjahresvergleich ist zum einen durch aktuell stark gestiegene Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte begründet", erklärten die Statistiker. "Zum anderen kommt ein Basiseffekt infolge des sehr niedrigen Preisniveaus der Vorjahresmonate im Zusammenhang mit der Coronakrise zum Tragen."

Ein starker Preistreiber war den Angaben zufolge die Entwicklung bei Erzen, Metallen und Vorprodukten aus Metall: Sie verteuerten sich um 63,4%. Besonders kräftige Preisanstiege gab es auch im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (+101,7%), mit Roh- und Schnittholz (+57,8%) sowie mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen (+35,5%). Erheblich teurer wurden im Vorjahresvergleich auch Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (+19,3%).

Wegen der deutlichen Erholung der Weltkonjunktur von der Corona-Rezession steigen derzeit die Preise für viele Produkte rasant. Besonders den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China wird in diesem Jahr ein starkes Wachstum vorausgesagt, zumal dort große Konjunkturprogramme aufgelegt wurden. Das bekommen die deutschen Verbraucher auch bei den Preisen zu spüren: Die Inflationsrate liegt aktuell mit 3,9 Prozent so hoch wie seit 1993 nicht mehr. (red)

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