RETAIL
Regionalität im Branchendiskurs © Panthermedia.net/Conny Pokorny
© Panthermedia.net/Conny Pokorny

Redaktion 12.03.2021

Regionalität im Branchendiskurs

Heimische Herkunft steht nicht nur bei Konsumenten hoch im Kurs, auch Unternehmen messen ihr viel Bedeutung zu.

WIEN. Im Zuge der Coronakrise ist der ohnehin seit Jahren stetig an Bedeutung gewinnenden Regionalität noch einmal ein ordentlicher Boost widerfahren: Kunden kaufen jetzt noch regionaler als zuvor, und Hersteller reagieren entsprechend darauf.

Marketagent hat nun mittels 355 Interviews ermittelt, wofür Regionalität bei Markenartiklern und Händlern der FMCG-Branche konkret steht – und deutliche Parallelen zur Konsumentenmeinung festgestellt.

Gegentrend zur Globalisierung

Eine österreichische Herkunft von Produkten wird in der Konsumgüterbranche sehr positiv assoziiert, vor allem mit Vertrauenswürdigkeit, Qualität und Wertschätzung seitens der Konsumenten. Fast zwei Drittel (64,5%) der Befragten halten österreichische Produkte für hochwertiger als im Ausland produzierte, und acht von zehn geben an, dass Regionalität einen hohen Stellenwert im eigenen Unternehmen einnimmt. Fast 90% sehen in Regionalität „einen Gegentrend zur Globalisierung, der die Qualität aus der eigenen Heimat in den Fokus rückt”, wie Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl erläutert.

In vielen Unternehmen gerne gesehen ist auch das Label „Made in Austria”: 42% der Befragten ziehen die österreichische Herkunft eines Produkts einem Bio-Siegel vor, je gut ein Drittel schätzt seinen Stellenwert zudem höher ein als die Sicherstellung des Tierwohls, beispielsweise durch artgerechte Haltung, eine hohe Qualität, einen günstigeren Preis und den Verzicht auf künstliche oder fragwürdige Inhaltsstoffe wie Palmöl.

Begriffliche Uneinigkeit

Über die räumliche Definition von Regionalität ist man sich in der Branche indes uneinig: Knapp ein Drittel setzt dafür die österreichische Grenze ein, fast jeder Fünfte beschränkt sich auf ein Bundesland. Ein Zehntel würde das Attribut gar nur für einen bestimmten Ort oder Nachbarort vergeben.

Ein strikteres Regelwerk für das Label „Made in Austria” wünschen acht von zehn Befragten. Jeder Zweite meint, dieses würden nur jene Waren verdienen, die zu mindestens 90% hierzulande produziert werden. (haf)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL