Salzburg liegt bei der Kaufkraft vorn
© APA/Barbara Gindl
RETAIL Redaktion 24.04.2026

Salzburg liegt bei der Kaufkraft vorn

Leichte Annäherungstendenz auf Bundesländerebene, gravierende Unterschiede zwischen den Gemeinden.

WIEN. Die durchschnittliche Kaufkraft in Österreich zeigt auch 2026 eine insgesamt positive Entwicklung. Gleichzeitig verändern sich langfristig die regionalen Unterschiede: Während wirtschaftsstarke Regionen ihr hohes Niveau halten, verzeichnen insbesondere ländliche Gebiete überdurchschnittliche Zuwächse und holen allmählich auf – das zeigt eine aktuelle Studie von RegioData.

Die nominelle Kaufkraft der Wohnbevölkerung ist demnach in allen Bundesländern in den vergangenen Jahren gestiegen, die Unterschiede im Niveau bleiben jedoch bestehen: An der Spitze liegt Salzburg mit  30.954 € pro Einwohner, gefolgt von Niederösterreich (30.476 €) und Oberösterreich (29.669 €). Auch Vorarlberg (29.595 €) und Tirol (29.525 €) liegen im oberen Bereich. Im Mittelfeld befinden sich Burgenland (29.039 €) und Steiermark (28.492 €), während Wien (28.239 €) und Kärnten (27.987 €) unter dem österreichweiten Durchschnitt liegen.

Verschiebung der Dynamik
Auffällig sei insbesondere die Entwicklung Wiens: Die Bundeshauptstadt zeigt den deutlich stärksten relativen Rückgang im Beobachtungszeitraum. Damit verliert Wien im Vergleich zu anderen Bundesländern an Position. Die Gründe verorten die Studienautoren unter anderem in einer höheren Arbeitslosigkeit, dem Zuzug kaufkraftschwächerer Personengruppen und einer verstärkten Pensionierungswelle der „Boomer“.

Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine leichte Verschiebung der Kaufkraftdynamik hin: Während westliche und südliche Bundesländer sowie strukturschwächere Regionen teilweise stärker aufholen, verlieren klassische Zentren wie Wien relativ an Dynamik.

Hohes Gefälle bei Gemeinden
Deutlicher werden die Unterschiede auf der Ebene der Gemeinden. Das Gefälle ist hier nach wie vor außerordentlich hoch – die Spannweite reicht von unter 19.000 € in Innervillgraten (Bezirk Lienz) bis fast 47.000 € im 1. Wiener Gemeindebezirk. Während die kaufkraftstarken Gemeinden von einer starken wirtschaftlichen Struktur sowie – insbesondere im Fall von Tourismus- und Umlandgemeinden – von überdurchschnittlichen Einkommen profitieren, liegen am unteren Ende des Rankings vor allem kleinere, strukturschwächere Gemeinden.

Ländliche Gebiete holen auf
Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine leichte Annäherung der regionalen Kaufkraftniveaus hin. Die Unterschiede bleiben bestehen, werden jedoch „durch unterschiedliche Wachstumsraten zunehmend relativiert“, heißt es im Fazit der Studienautoren. Die Dynamik verlagert sich damit teilweise weg von den klassischen Zentren hin zu anderen Regionen Österreichs. Während wirtschaftsstarke Regionen ihre Position behaupten, gewinnen ländliche Gebiete zunehmend an Bedeutung und holen gegenüber urbanen Zentren auf. (red)

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