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Spar, Sipcan und Partner der zucker-raus-initiative sorgen für weniger Zucker in Milchprodukten © evatrifft

Neben Spar als Initiator der Initiative und dem Gründungsmitglied Berglandmilch haben sich die Hersteller Nöm, SalzburgMilch, Emmi, Nestlé und Danone der Initiative angeschlossen.

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Neben Spar als Initiator der Initiative und dem Gründungsmitglied Berglandmilch haben sich die Hersteller Nöm, SalzburgMilch, Emmi, Nestlé und Danone der Initiative angeschlossen.

Redaktion 31.05.2021

Spar, Sipcan und Partner der zucker-raus-initiative sorgen für weniger Zucker in Milchprodukten

Maximal 11,5 g Zucker pro 100 ml / 100 Gramm und keine Süßstoffe.

SALZBURG. „Milchprodukte sind wertvolle Nährstofflieferanten und wesentliche Bestandteile der Ernährungspyramide. Etwa ein halbes Kilogramm fettarme Milch und Milchprodukte sollten die Menschen täglich konsumieren“, erläutert Sipcan-Vorstand Friedrich Hoppichler. Erreicht werden die Empfehlungen nicht. Laut letztem Ernährungsbericht nehmen Frauen im Durchschnitt nur 255 g und Männer 260 g pro Tag zu sich, also etwa nur die Hälfte davon. Dazu kommt, dass viele Milchprodukte zu süß sind. Der durchschnittliche Zuckergehalt von Milchprodukten hat sich seit 2012 um 17,4% reduziert und liegt heute bei
11,63 g.

Milchprodukte-Check hilft im Zuckerdschungel
Die WHO empfiehlt, weniger als zehn Prozent der täglichen Energieaufnahme aus Zucker abzudecken. Sipcan hat in Abstimmung mit dem Gesundheits- und Bildungsministerium Maximalwerte für den Zuckergehalt in Milchprodukten festgelegt: max. 11,5 g Zucker pro 100 ml bzw. g und keine Süßstoffe. 1.000 Produkte umfasst der sogenannte Milchprodukte-Check mittlerweile, bei dem das Angebot nach Zucker- und Süßstoffgehalt gelistet ist. „Mit dem Milchprodukte-Check wird das Angebot vergleichbar, und Konsumenten können sich eine bessere Orientierung verschaffen,“ erklärt Hoppichler.

Spar hat 161 Tonnen Zucker bei Milchprodukten eingespart
Spar hat seit Anfang 2017 bis Ende 2020 rund 1.700 t an Zucker in den Spar-Eigenmarken-Produkten eingespart, davon alleine 161 t bei Molkereiprodukten. So wurde beispielsweise das Spar free from Fruchtjogurt Vanille von 13 g auf 11 g Zucker auf 100 g reduziert. Doch nicht nur bestehende Produkte werden bei Spar hinsichtlich des Zuckergehalts genau unter die Lupe genommen: „Wir achten bei neuen Eigenmarkenprodukten streng darauf, nicht zu viel Zucker zu verwenden – so auch beim Spar Schaut Drauf Erdbeerjogurt. Dieses entspricht mit 10 g Zucker auf 100 g den Kriterien von Sipcan und hat nur sechs Gramm zugesetzten Zucker“, berichtet Spar-Vorstand Markus Kaser. Eine klare Absage erteilt Spar bei der Zuckerreduktion den Süßstoffen: „Wir setzen auf eine ehrliche Süße, ohne Tricks wie Süßstoffe und ermöglichen so einen natürlichen und vollen Geschmack“, so Kaser weiter.

Gemeinsam mit Sipcan gegen zu viel Zucker in Milchprodukten
„Es ist uns wichtig, einen Beitrag zur gesunden, ausgewogenen Ernährung unserer Konsumentinnen und Konsumenten zu leisten. Daher haben wir in den letzten zwei Jahren den Zuckeranteil vieler unserer Milchprodukte kontinuierlich reduziert, im Schnitt um 20 Prozent, und bei vollem Geschmack unserer Premium-Produkte“, so Andreas Gasteiger, Geschäftsführer SalzburgMilch GmbH. SalzburgMilch ist, so wie auch Spar und Emmi Österreich, strategischer Partner von Sipcan. „Unsere Neuprodukte in den letzten Jahren kommen mit geringen Zuckermengen oder sogar komplett ohne zugesetzten Zucker aus. Im Jahr 2021 haben wir unsere Produkte auch von Sipcan kontrollieren lassen, da wir voll und ganz hinter der Vision von Sipcan stehen. Es freut uns, dass ein großer Teil unserer Emmi Caffè Latte Range nun „Sipcan-Überprüft“ sind“, freut sich Sabrina Schmid (Emmi Österreich GmbH, Head of Marketing).

Zuckergehalt bei Milchprodukten um 17,4% gesunken
Der Anteil an Produkten, die den Sipcan-Kriterien entsprechen, ist seit 2012 von 16,0 auf heute 42,2% gestiegen. Dazu tragen auch die Partner der zucker-raus-initiativ bei. „Wir sind Vorreiter in der Zuckerreduktion. Das ist nicht mit einem Mal abgetan, sondern bedarf stetiger Weiterentwicklung. Milch- und Milchprodukte sind gesund. Wenn wir Zucker einsetzen, dann bewusst echten Zucker, aber in Maßen. Für natürliche Produkte braucht es auch den natürlichen Geschmack – aber eben etwas weniger süß“, so Josef Braunshofer, Generaldirektor der Berglandmilch. Auch bei Danone sind Produkt-Reformulierungen ein fester Bestandteil im Unternehmen: „Die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten liegt uns am Herzen – das fängt schon bei den kleinsten unter ihnen an: Am Beispiel der FruchtZwerge ist zu sehen, wie wir über Jahre hinweg den Zucker- und Fettanteil konsequent verringert haben, ganz ohne geschmackliche Einbußen. Wir arbeiten weiterhin kontinuierlich daran, unsere Produkte laufend zu optimieren und bringen regelmäßig gesündere Alternativen auf den Markt, wie beispielsweise FruchtZwerge Weniger Süß“, erläutert Sigrid Eckhardt (Head of Corporate Affairs & Sustainability Danone Österreich).

Milchprodukte: Gern gesehene Schuljause
75,7% der Eltern geben ihren Kindern zumindest einmal in der Woche ein Müsli, Porridge, Cerealien oder Joghurt mit in die Schule. Aus Sicht der Wissenschafter des vorsorgemedizinischen Instituts Sipcan sollte auch deswegen genau darauf geachtet werden, zu welchem Milchprodukt gegriffen wird: „Bei genauem Blick auf die Nährwerttabelle stellen sich viele Frucht-, Dessertjoghurts und Trinkmilchprodukte nach wie vor als Zuckerfallen heraus“, erklärt Friedrich Hoppichler. Die Partner der zucker-raus-initiative schaffen wertvolle Alternativen: „Das Thema Zuckerreduktion ist für die Nöm ein besonders wichtiges. Wir wissen um unsere gesellschaftliche Verantwortung Bescheid und übernehmen hier eine Vorreiterrolle. Wir wollen aber auch Aufklärungsarbeit leisten, denn ein Milchprodukt enthält automatisch Milchzucker. Das bedeutet, dass es ohne Zucker Milchprodukte jedoch nie geben wird. Der natürliche Milchzucker von durchschnittlich 4,6 g pro 100 ml bleibt immer bestehen“, erläutert Veronika Breyer, Marketingleiterin der Nöm, den Einsatz der Molkerei. „Es liegt an uns, unsere Konsumenten wieder an weniger Süße zu gewöhnen. Unsere neuen Rezepte zeigen, dass geschmackliche Exzellenz auch mit weniger Zucker möglich ist“, so Breyer weiter. Auch Nestlé forciert seit geraumer Zeit die Zuckerreduktion: „Wir verbessern die Rezepturen unserer Produkte kontinuierlich, um den Menschen zu ermöglichen ein gesünderes Leben zu führen. Seit 2017 haben wir global bereits eine Zuckerreduktion von 4,5 Prozent erreicht – das umschließt auch Milchprodukte wie etwa Nesquik All Natural Ready to Drink. Zukünftig werden wir noch strengeren internen Kriterien folgen“, erläutert Corinne Emonet, Nestlé-Österreich-Geschäftsführerin.

Über den Milchprodukte-Check
Sipcan stellt die Ergebnisse der jährlichen Datenerhebung auf www.Sipcan.at zur Verfügung: einerseits in Form einer Checkliste zum kostenlosen Download bzw. einer Onlinesuche (www.Sipcan.at/check), aber auch als kostenlose APP (Stichwort „Sipcan Check“). Ziel ist es, eine Orientierungshilfe zu geben und die gesündere Wahl zur leichteren zu machen. „Jeder Konsument soll die Chance haben, sich schrittweise an weniger Süße gewöhnen zu können“, so Hoppichler. (red)
 

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