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Umdenken bei der Mindesthaltbarkeit panthermedia.net / Andreas Müller.
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Redaktion 08.05.2017

Umdenken bei der Mindesthaltbarkeit

Die Angaben sind laut Greenpeace zu kurz angesetzt.

WIEN. Greenpeace fordert ein Umdenken beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD); die entsprechenden Angaben auf den heimischen Lebensmitteln seien offensichtlich völlig unrealistisch. Der Fachverband der Lebensmittelindustrie ortete in diesem Ansatz Unverständnis und wies darauf hin, dass das MHD kein "Wegwerfdatum" sei.

Der Langzeittest ergab, dass von ursprünglich acht getesteten Produkten Joghurt, Soja-Joghurt und Tofu zwölf Wochen nach Überschreitung des MHD noch einwandfrei waren. "Die Hersteller führen für jedes Produkt Lagerungstests durch, halten sich aber offensichtlich nicht an die Resultate - vermutlich, um den Verkauf anzukurbeln und um Haftungsfragen auszuschließen", kritisierte Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons aufgrund der Ergebnisse des Tests. Die Verantwortung für die so entstandenen Lebensmittelabfälle würde "ungeniert auf die Konsumentinnen und Konsumenten abgewälzt." Das Mindesthaltbarkeitsdatum sei einer der Hauptgründe für jährlich rund 280.000 t an Lebensmittelmüll in den Haushalten, so die NGO.

Der Fachverband wies darauf hin, dass es sich beim Mindesthaltbarkeitsdatum um ein Versprechen des Herstellers handle, und dass das Lebensmittel - bei geeigneter Lagerung - "mindestens" bis zu diesem Zeitpunkt sämtliche charakteristische Eigenschaften aufweist, welche die Konsumenten erwarten. Viele Lebensmittel seien nach dem Überschreiten des MHD noch genießbar. Jedoch müssten die Konsumenten selbst mit ihren Sinnen prüfen, ob es Veränderungen bei Aussehen, Geruch und Geschmack gegeben hat. "Niemand will, dass unsere guten Produkte weggeworfen werden", so Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes. Die Lebensmittelverschwendung zu minimieren, sei ein wichtiges Ziel, an dem man aktiv mitarbeite.

Die Präsidentin der Bäuerinnen Niederösterreich, Irene Neumann-Hartberger, wies ebenfalls auf dieses Missverständnis hin: "Die meisten Menschen verstehen unter dem Mindesthaltbarkeitsdatum ein Wegwerfdatum. Das ist schade. Wie das Wort schon sagt, ist die Ware mindestens so lange haltbar, wahrscheinlich aber länger gut genießbar", hieß es in einer Aussendung.

Das zeigte sich beim Langzeittest von Greenpeace, bei dem acht Lebensmittel mit abgelaufenem MHD ab Anfang Jänner über einen Zeitraum von vier Monaten 14-tägig getestet wurden. Nach zwölf Wochen bzw. 84 Tagen waren das Joghurt, Soja-Joghurt und Tofu noch in Ordnung; Eier hielten mehr als zehn Wochen über das MHD hinaus. Auch die restlichen Produkte waren länger genießbar: Erst nach zehn Wochen erwiesen sich der verpackte Kuchen und die Salami tatsächlich als verdorben, beim verpackten Schnittkäse dauerte es acht Wochen, und beim Sesam-Dip zwei Wochen. (APA)

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