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Unsere Sonne tiefkühlt Fleisch, Gemüse und Pommes klimaschützend © Katharina Schiffl

Obmann-Stellvertreter Wolfgang Adler und Geschäftsführer Roland Spitzhirn (rechts) im 2 Millionen Wattstunden-Kraftwerk der Vereinigten Eisfabriken.

© Katharina Schiffl

Obmann-Stellvertreter Wolfgang Adler und Geschäftsführer Roland Spitzhirn (rechts) im 2 Millionen Wattstunden-Kraftwerk der Vereinigten Eisfabriken.

Redaktion 06.05.2020

Unsere Sonne tiefkühlt Fleisch, Gemüse und Pommes klimaschützend

Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, haben die Vereinigten Eisfabriken in Wien jetzt eine der größten innerstädtischen Fotovoltaikanlagen in Betrieb genommen.

WIEN. Tiefkühllager sind für die Lebensmittelversorgung einer Großstadt essenziell. Damit Qualität und Vitamine bei bis zu minus 30 Grad bestmöglich erhalten bleiben, muss enorm viel Energie aufgewendet werden. In den ersten drei Wochen wurden bereits 15 t CO2 eingespart.

In einem Grätzl der Brigittenau herrscht auch im Sommer sibirische Kälte. In den riesigen Hallen der Wiener Eisfabriken wird Gefriergut für den Bedarf der gesamten Stadt gelagert. Tonnenweise warten hier Pommes, Gemüse, Eislutscher und vieles mehr auf die Auslieferung. Die riesige „Gefriertruhe“ fasst tausende Paletten mit Lebensmitteln verschiedenster Hersteller. Laufend docken kleine Kühl-Lkws sowie große Sattelschlepper an die Ladeluken an, um tonnenweise Gefrorenes einzulagern oder abzuholen. Dabei ist das oberste Gebot, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Und um Vitamine sowie die gesamte Qualität bestmöglich zu schützen, sind besonders niedrige Temperaturen nötig – und das kostet eine Menge Strom.

Zwei Megawattstunden aus Sonnenenergie
Was kann man sich unter zwei Millionen Wattstunden Energie pro Tag vorstellen, die das Fotovoltaikkraftwerk bei Sonnenschein erzeugt? „Wir haben das in einige faszinierende Bilder umgerechnet“, zeigt sich der Geschäftsführer Roland Spitzhirn erfreut: „Rechnerisch geht sich für jede Wienerin und jeden Wiener täglich mehr als ein eigener Eiswürfel aus.“ Immerhin könnten mit der Sonnenkraft vom Dach der Wiener Eisfabrik auch rund 10 000 Haushalte einen modernen Kühlschrank betreiben. Ein anderer Vergleich abseits von Kälte und Eis: Mit derselben Energiemenge rollen 50 Teslas an einem Tag von Wien nach Graz.

Eisblöcke am Pferdegespann
Zur Gründungszeit im 19. Jahrhundert wurden die Eisblöcke zur Lebensmittelkühlung noch aus der Donau geschnitten und mit 200 Pferde-und Ochsengespannen an die Betriebe ausgeliefert. Eisblöcke im Format von 100 x 50 x 50 cm werden heute nur noch auf Bestellung für Events, Eiskünstler und auch private Eisbars erzeugt. Die Kälte wird jetzt ausschließlich elektrisch, mit hocheffizienten Maschinen hergestellt und in bestens isolierte Hallen geleitet.

Klimaschutz statt Coronavirus
Auch wenn das Coronavirus in der Kommunikation die gegenwärtigen Umweltprobleme überlagert, so sind diese nicht vom Tisch. Das Sonnenkraftwerk der jüngsten Generation leistet ab sofort einen nachhaltigen Umweltbeitrag. „Die bei uns gelagerten Tiefkühlprodukte werden auf diese Weise ein Stück weit ökologischer. Und das Gute daran ist, dass sich der Umweltschutz auch wirtschaftlich rechnet. Die aus der Sonne gewonnene Kälte macht deshalb doppelt Sinn“, argumentiert Wolfgang Caspar, Obmann der Genossenschaft.

Lagerung und Kommissionierung, nur eiskalt
Wer in seinem Betrieb nicht genügend Lagerplatz hat, kann in den Eisfabriken zu kalkulierbaren Kosten seine Waren und Produkte lagern. Das Angebot richtet sich an Handelsunternehmen und Lebensmittel-bzw. Pharmaproduktionsbetriebe. „Wir sind froh, dass unsere Hallen derzeit praktisch ausgelastet sind. Trotzdem freuen wir uns natürlich über jede Anfrage“, meint Obmann-Stellvertreter Wolfgang Adler. (red)

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