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Volksabstimmung über Ikea-Ansiedlung in Lustenau © Ikea

Frequenzbringer Ikea erhöht auch das Verkehrsaufkommen.

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Frequenzbringer Ikea erhöht auch das Verkehrsaufkommen.

Redaktion 22.02.2018

Volksabstimmung über Ikea-Ansiedlung in Lustenau

Bürgerinitiative sammelte genügend Unterstützungserklärungen, Abstimmung noch vor dem Sommer möglich.

LUSTENAU. In der Frage der Ansiedlung eines Ikea-Einrichtungshauses in Lustenau wird eine Volksabstimmung entscheiden. Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Lustenau" hat nach eigenen Angaben bereits über 3.000 Unterstützungserklärungen für eine Volksabstimmung gesammelt, notwendig sind an sich 1.800. Die Prüfung der Unterschriften wird im März erfolgen.

Sind genügend gültige Unterstützungserklärungen zusammengekommen - woran niemand zweifelt -, wird nach der entsprechenden Prüfung ein Termin für die Volksabstimmung festgelegt. Diese könnte noch vor dem Sommer stattfinden. Die Frage wird lauten: "Soll die Marktgemeinde Lustenau Ikea - durch entsprechende Flächenwidmung - trotz zu erwartendem Mehrverkehr ansiedeln?"

Unterstützungserklärungen zur Einleitung der Volksabstimmung können noch bis zum 27. Februar unterzeichnet werden, die Proponenten gingen aber schon am Mittwoch an die Öffentlichkeit. Sie bedankten sich für die "enorme Unterstützung" und erklärten, bis zum Ende der Frist weiter Unterstützungserklärungen sammeln zu wollen. "Es zeigt, dass es den Menschen nicht egal ist, wie sich ihre Gemeinde entwickelt", sagte Melly Grabher von "Lebenswertes Lustenau".

Die Ansiedlung eines Ikea-Einrichtungshauses in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lustenauer Betriebsgebiet "Millennium Park" lässt die Wogen in der Marktgemeinde schon seit Jahren hochgehen. Die Gemeinde mit Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP) an der Spitze befürwortet das Vorhaben, die Gemeindevertretung (gegen FPÖ und Grüne) beschloss bereits im Herbst 2016 den Verkauf des rund 25.000 m2 großen Grundstücks an Ikea - wenn auch mit Vorbehalten, vor allem bezüglich der Verkehrsbelastung. Die Mitglieder des Vorarlberger Raumplanungsbeirats sprachen im Oktober 2017 denkbar knapp mit 11:10 Stimmen eine Empfehlung für ein entsprechendes Widmungsbegehren aus. Daraufhin erließ die Landesregierung per Mehrheitsbeschluss den für die Umsetzung des Projekts wichtigen Landesraumplan.

Die Gegner der Ansiedlung beharrten aber weiter auf ihren Argumenten - ein Ikea-Möbelmarkt am vorgesehenen Standort würde das ohnehin schon stark verkehrsgeplagte Lustenau täglich mit mindestens weiteren 4.500 Autofahrten belasten, die Zahl der zu schaffenden Arbeitsplätze sei mit 120 im Verhältnis zu gering, ebenso die Steuereinnahmen. Geht es nach "Lebenswert Lustenau“, sollten auf dem Grundstück besser Industrie- und Gewerbebetriebe anstelle von Ikea eine Heimat finden.

Befürworter hingegen führen - neben Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen - ins Treffen, dass der schwedische Möbelriese Ikea in Vorarlberg noch keinen Standort hat und deshalb viel Geld ins benachbarte Süddeutschland wandert. Einer von den "Vorarlberger Nachrichten" in Auftrag gegebenen aktuellen Umfrage zufolge waren zuletzt 56% der landesweit 501 befragten Personen für Ikea in Lustenau, 25% dagegen. (APA)

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