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Was will der Handel? © Spar / Eva trifft.

Spar-Chef Fritz Poppmeier: „Bei uns ist die Warenversorgung gesichert.”

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Spar-Chef Fritz Poppmeier: „Bei uns ist die Warenversorgung gesichert.”

Redaktion 13.05.2022

Was will der Handel?

Spar-Vorstandssprecher Fritz Poppmeier erwartet keine allzu großen Probleme bei der Warenlieferung; die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungssmittel soll bleiben.

WIEN. Im Rahmen eines Wirtschaftsgesprächs im Klub der Wirtschaftspublizisten diese Woche findet Spar-Vorstandssprecher Fritz Poppmeier klare Worte zur aktuellen wirtschaftlichen Situation und welche Maßnahmen zur Eindämmung der Wirtschaftskrise aus Sicht des Handels sinnvoll seien – oder eben nicht.

Abgrenzungsfrage

Die vor allem seitens der SPÖ immer öfter ins Treffen geführte Forderung nach einem Aussetzen der Mehrwertsteuer bei Grundnahrungsmitteln erachtet der Spar-Chef als wenig sinnvoll. Einerseits sei die Abgrenzungsfrage schwierig, was Grundnahrungsmittel seien und was nicht, und zweitens bestehe die Gefahr eines zusätzlichen Inflationsschubs, nämlich bei der Streichung und bei der Wiedereinführung. Dass die Händler eine Senkung der Mehrwertsteuer nicht an die Kunden weiterreichen würden, sei wegen der großen Konkurrenz im Handel nicht zu erwarten; Spar würde das weitergeben.

Warenlieferprobleme ortet Poppmeier derzeit nicht, zumindest nicht in großem Stil. Lediglich im Non-Food-Bereich sei man von einigen Lieferverzögerungen durch China betroffen. Einen Run gebe es zeitweise auf bestimmte Produkte, etwa Pflanzenöle.
Auch der „Panik-Index” Klopapier schlage aktuell nicht so an wie einst im März 2020. „Bei uns ist die Warenversorgung gesichert” – teils auch besser als beim Nachbarn Deutschland, meinte Poppmeier zu einem Bericht über leere Regale ebenda vor einigen Wochen. Wo es geht, erhöhe man die Lagerhaltung, was bei Lebensmitteln aber nur bedingt möglich sei. Die Menschen würden jedoch ganz bewusst auf Diskontpreise schauen.

Gegen die Wegwerfkultur

Ein besonderes Anliegen ist Poppmeier die Reduktion der Lebensmittelverschwendung. Viele gekühlte Waren würden länger als das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) halten – man solle nichts nur wegen des Datums wegschmeißen. Vermutlich nur fünf bis sieben Prozent der Lebensmittelverschwendung seien dem Handel anzulasten, der Großteil spiele sich in den Haushalten und der Gastronomie ab. Die Spar-Läden hätten zu 96% Vereinbarungen mit Tafeln für die weitere sinnvolle Nutzung. (red/APA)

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