WIEN. Kostüme, Schminke, Girlanden und Krapfen: Der Wiener Fasching steuert in zwei Wochen auf seinen Höhepunkt zu. Am Faschingsdienstag, dem 17. Februar, wird in der Stadt wieder gefeiert. Zahlreiche Veranstaltungen, Umzüge und private Feiern machen den Fasching zu einem fixen Bestandteil des Wiener Veranstaltungskalenders. Margarete Gumprecht, Obfrau des Wiener Handels, erklärt: „Der Eventcharakter des Faschings nimmt in Wien stetig zu – das bringt dem Handel, aber auch der Gastronomie und der Eventbranche spürbare Umsatzzuwächse. Die Nachfrage nach Faschingsartikeln sowie Verkleidungen und Dekoration ist auch heuer ungebrochen.“
Besonders die jüngere Generation belebt das Brauchtum neu. „Junge Wiener nutzen den Fasching, um sich auszuprobieren, in Rollen zu schlüpfen und gemeinsam zu feiern. Das spiegelt sich auch im Kaufverhalten wider – die Outfits sind mutiger, auffälliger und individueller.“
Für viele Fachgeschäfte ist das Faschingsgeschäft neben Halloween und Silvester die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Der Wiener Papier- und Spielwarenhandel, insbesondere die zehn spezialisierten Kostüm- und Partyartikel-Fachgeschäfte sowie die 19 Kostümverleiher, sind gut besucht. Gumprecht: „Viele Kunden kommen mit einer ersten Idee ins Geschäft und lassen sich dann von der großen Auswahl inspirieren. Die persönliche Beratung spielt dabei eine zentrale Rolle. Oft wird vor Ort ausprobiert, kombiniert und erst dann entschieden.“
Clown, Zauberer und Pirat
Die Wiener geben im Schnitt zwischen 50 und 70 Euro für Faschingskostüme und Zubehör aus. Günstigere Varianten starten bei rund 30 Euro, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Neben Kostümen zählen auch Make-up, Schmuck, Accessoires, Perücken und Dekorationsartikel zu den Bestsellern. Besonders gefragt sind Glitzer, Strasssteine, Gesichtstattoos und Make-up-Schablonen, die einfache Outfits aufwerten. „Viele Kunden starten mit einem Basis-Outfit und investieren zusätzlich in Schminke und Details. Diese Zusatzkäufe sind ein wesentlicher Umsatzfaktor“, so Gumprecht. Getrieben wird der Trend vor allem durch Social Media und Online-Recherchen.
Bei Kostümen dominieren Klassiker wie Clown, Zauberer, Pirat oder Zirkusfiguren, die zunehmend individuell interpretiert und mit besonderen Accessoires aufgewertet werden. Tierkostüme – vor allem auffällige Tiere wie Hai, Löwe oder Giraffe – sind bei Erwachsenen beliebt, häufig als Ganzkörper-Overalls oder Paarkostüme. Auch Film-, Serien- und Popkulturfiguren verkaufen sich gut. Wildwest-Kostüme feiern durch den Kinofilm „Das Kanu des Manitu“ ein Comeback, ebenso Figuren aus dem Animationsfilm Zoomania oder Hexen im Stil von Wicked. K-Pop-Kostüme liegen im Trend, oft mit bunten Perücken in lila oder pink und auffälligem Make-up, ideal für Gruppen- oder Paarkostüme. Vintage- und Retro-Looks aus den 1920er-, 1970er- und 1980er-Jahren sind ebenfalls gefragt. Bei Kindern dominieren klassische Berufsrollen wie Feuerwehr, Polizei oder Arzt sowie Prinzessinnen, Hexen, Superhelden und Tierkostüme.
Große Familienfeier im Rathaus
Ein besonderer Höhepunkt des Wiener Faschings ist die größte Familien-Faschingsfeier Wiens am Sonntag, 15. Februar 2026, im Wiener Rathaus. „Solche Veranstaltungen zeigen, wie lebendig der Fasching in Wien ist – und wie stark Tradition, Gemeinschaft und wirtschaftliche Bedeutung miteinander verbunden sind“, so Gumprecht abschließend. (red)
