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Eindeutige Kennung © Panthermedia.net/Scanrail

Offene Verwaltungsdaten bilden die Basis für nachvollziehbare Entscheidungen und ermöglichen es der Öffentlichkeit, ihre Kontrollfunktion wahrzunehmen.

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Offene Verwaltungsdaten bilden die Basis für nachvollziehbare Entscheidungen und ermöglichen es der Öffentlichkeit, ihre Kontrollfunktion wahrzunehmen.

18.09.2015

Eindeutige Kennung

Die GLN der öffentlichen Verwaltung dient als eindeutiges Merkmal für sämtliche juristische Personen.

••• Von Johann Höchtl

WIEN. Neben gesteigerter Transparenz erfüllen offene Verwaltungsdaten noch eine weitere, zunehmend wichtige Funktion als Ausgangsbasis einer datengetriebenen Ökonomie: Daten und darin schlummernde Erkenntnisse bergen das Potenzial für 415 Mrd. (!) € jährliche, zusätzliche Wirtschaftsleistung und Hunderttausende neue Arbeitsplätze in der EU.

Ein kurzer Blick zurück

Die ersten Datenportale waren gekennzeichnet von einer Goldgräbermentalität: Erfahrungswerte gab es wenige, dabei sein war vieles. Die sprichwörtlichen „niedrig hängenden Früchte” wurden ohne wesentliche Nachhaltigkeits- oder Governancestrategie geerntet.

Diese Zeiten sind vorbei. Mit den ersten Start-ups, die ihr Geschäft auf frei verfügbare Daten ausrichten, wurden Fragen nach der Datenqualität laut. Die auftretenden Probleme sind dabei keineswegs neu, und Datenintegratoren bestens bekannt: veraltete Datensätze, unzureichende Beschreibungen oder Probleme beim Abgleich von Datensätzen. International gibt es bereits eine Reihe von Initiativen, die Erfahrungswissen sammeln und auf den Anwendungsfall offener Daten umlegen, um der öffentlichen Verwaltung Leitfäden zur qualitätsvollen Veröffentlichung von Daten in die Hand zu geben.
2014 wurde die Sub-Arbeitsgruppe Qualitätssicherung auf Open Data-Portalen der Cooperation OGD Österreich gegründet. Sie will die Arbeit der Datenbereitsteller vereinfachen, eine messbar höhere Datenqualität erzielen und international als Vorbild agieren. Ein häufig auftretendes Problem betrifft die Verwendung eindeutiger Kennzeichen: Die ersten auf Datenportalen veröffentlichten Datensätze waren häufig Daten, die bereits auf Verwaltungswebseiten veröffentlicht wurden. Daten auf Webseiten sind für die „Verarbeitung” durch den Menschen gedacht: Er liest die Informationen und interpretiert diese. Für die maschinelle Verarbeitung sind solche Informationen nur bedingt geeignet. Werden solche Daten gemäß eines vordefinierten Zyklus (wöchentlich, monatlich) geändert, ist es für einen Datenverarbeiter sehr aufwendig, geänderte Datensätze von neuen oder geänderten zu unterscheiden. Wesentlich einfacher wäre es dabei, jeden Datensatz mit einer eindeutigen Kennung (ID) zu versehen, die Teil des Datensatzes ist. Derart ausgezeichnete Daten können wesentlich einfacher mit bestehenden Datensätzen von Dienstleistungsanbietern abgeglichen werden und erhöhen die Treffsicherheit bei Datenabgleich und damit die Verwendbarkeit und Datenqualität entscheidend.

Hoffnungsvoller Blick nach vorn

Es ist eine ausgesprochene Forderung von Verwendern offener Verwaltungsdaten, dass Datenbereitsteller ihre Daten mit eindeutigen Kennungen versehen, um Dateninkonsistenzen zu vermeiden und den Abgleichungsaufwand zu vermindern. Für Daten einer nicht natürlichen Person ist mit der GLN (Global Location Number) der öffentlichen Verwaltung eine Kennung vorhanden, die von den Behörden untereinander verwendet wird (z.B. Ergänzungsregister sonstiger Betroffener, Abfallwirtschaft) und andererseits in Wirtschaft und Öffentlichkeit seit 40 Jahren etabliert ist und verwendet wird.

Die durchgängige Ausstattung von eindeutigen Verwaltungsdaten mit der GLN, durchgeführt von der Statistik Austria, möglich durch eine Lizenzvereinbarung der Republik Österreich mit GS1 Austria, würde eine wesentliche Wertsteigerung der veröffentlichten Daten bedeuten: Fehleranfällige Datenabgleiche entfallen, und Services können schneller und interoperabler angeboten werden. Je einfacherer und sicherer die Verwendung von offenen Verwaltungsdaten erfolgt, umso schneller wird Österreich ein florierendes Datenökosystem aufbauen und die Vorteile von Daten als weiteren Produktionsfaktor für zusätzliche Wertschöpfung nutzen können; die GLN hilft dabei.

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