FINANCENET
© APA/AFP/Jade Gao

Die erwartete Erholung des Konsumverhaltens in China blieb praktisch aus, da die Haushalte lieber sparten.

Redaktion 17.11.2023

Holprige Strecke

Coface Länder-Branchenbewertung: Die Challenges für westliche Volkswirtschaften dauern weiter an.

WIEN. Die globale Wirtschaft kommt auch Ende 2023 nicht in ruhigere Fahrwasser: Soziale und politische Risiken nehmen weiter zu und die Finanzstabilität vieler Volkswirtschaften wird von hohen Zinsen belastet. „Die Frühindikatoren deuten auf eine weitere Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Nordamerika und der Eurozone zum Jahresende hin”, sagt Dagmar Koch, Country Managerin Coface Österreich, zur aktuellen Coface Länder- und Branchenbewertung.

Der Kreditversicherer hat in diesem Kontext das Länder­risiko für sieben Länder angepasst: Den Heraufstufungen von Belize und der Mongolei stehen Herabstufungen von Kolumbien, Finnland, Niger, Neuseeland und Schweden gegenüber. Neben der anhaltenden amerikanisch-chinesischen Rivalität haben mehrere Ereignisse die geopolitische Landschaft in den vergangenen Monaten weiter umgewälzt.

Bedeutung der Geopolitik

„Geopolitik rückt weiter in den Fokus und nimmt einen immer größeren Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen und Ländern”, so Koch. Die Erweiterung der BRICS-Gruppe um die sechs neuen Mitglieder Saudi-Arabien, Argentinien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Äthiopien und den Iran, zielt auf das Ende der G7-Vorherrschaft ab. „Die Weltordnung, wie wir sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kennen, gerät mehr und mehr ins Wanken. Wir befinden uns auf dem Weg in eine multipolare Welt”, sagt die Coface-Managerin.

Disinflation statt Inflation

Die Inflation ist in den letzten Monaten mechanisch, aufgrund eines Basiseffekts aus dem Vorjahr, zurückgegangen. Dies ist vor allem auf die gesunkenen Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen, die unter den Höchstständen aus dem vergangenen Jahr liegen. Eine Disinflation bei Waren, das heißt ein Rückgang der Inflationsrate durch deutlich langsamer steigende Preise, ist ebenfalls im Gange.

Chinas Aufschwung nach dem Abklingen der Corona-Pandemie und dem Ende der Zero-Covid-Politik ist enttäuschend, die Wirtschaftsdaten fielen sowohl für die Binnennachfrage als auch für die Exporte schwach aus. (rk)

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