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Christian Kurz Senior Manager und Leiter des Bereichs Forensic Technology Solutions bei PwC Österreich.

reinhard krémer 02.06.2017

Sicher ist sicher

PwC-Survey: Problem erkannt, aber österreichische Unternehmen hinken bei der IT-Sicherheit noch hinterher.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Weltweit setzt ein Umdenken bei der Bewertung von Cybersicherheit ein – in Österreich ist dieses Bewusstsein jedoch noch weniger stark ausgeprägt, heimische Unternehmen hinken hier im internationalen Vergleich eindeutig nach.

Das zeigt die Global State of Information Security Survey 2017 von PwC. An der Umfrage nahmen rund 10.000 Führungskräfte aus 133 Ländern teil, davon 53 aus Österreich.

Daten-Fischen ist beliebt

Im vergangenen Jahr verzeichneten große österreichische Unternehmen durchschnittlich 7.500 Vorfälle in Bezug auf ihre IT-Sicherheit. Phishing-Attacken sind dabei die am häufigsten registrierten Sicherheitsstörungen (38% global, 24% Österreich).

„Es ist ein klares Umdenken erkennbar. Die Unternehmen verstehen, dass IT-Sicherheit ein elementarer Bestandteil der geschäftlichen Rahmenbedingungen sein muss”, sagt Christian Kurz, Leiter des Bereichs Forensic Technology Solutions bei PwC Österreich. Doch in Österreich gibt es noch Nachhol­bedarf: Bei gezielten Investitionen in Sicherheitsstrategien für das „Internet of Things” investieren 46% der Unternehmen weltweit in neue Strategien, in Österreich sind es 20%. Auch in Bezug auf Mitarbeiterschulungen hinkt das Bewusstsein heimischer Betriebe etwas hinterher, nur 33% führen derzeit aktiv Schulungen für ihre Angestellten durch (global 56%).

Cloud noch wenig attraktiv

Bei heimischen Organisationen ist auch der Trend zu Cloud-Lösungen für sensible Unternehmensfunktionen weniger ausgeprägt als im weltweiten Vergleich: Nur 33% der österreichischen Umfrageteilnehmer (63% global) gaben an, dass ihre IT-Dienste in der Cloud ausgeführt werden; weitere 20% vertrauen ihre Unternehmensbereiche für Finanzen externen Cloud-Anbietern an (global 33%).

Open-Source-Software wird bei Unternehmen immer beliebter, um die IT-Sicherheit auszubauen: Mittlerweile setzt mehr als die Hälfte der Befragten (46% in Österreich, 53% global) Open-Source-Software ein, doch fehlen oft erforderliche interne Ressourcen oder geeignete Fachkräfte, um vakante Stellen in diesem Bereich zu besetzen.

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