HEALTH ECONOMY
© Baxalta/Franz Helmreich

Karl-Heinz Hofbauer, Vorstandsmitglied und Plant Manager Wien, will kräftig wachsen.

25.09.2015

20 neue Produkte bis 2020

BioScience-Geschäftsbereich von Baxter firmiert nun unter Baxalta. Ziel der mehr als 4.000 Mit­arbeiter in Österreich: Innovationen zur Verbesserung der Lebensqualität.

••• Von Ina Schriebl

WIEN. Die Abspaltung ging blitzschnell. Ein großer Teil dessen, was früher unter Baxter firmierte, heißt heute Baxalta. Medical Products sind weiterhin bei Baxter, der gesamte BioScience-Geschäftsbereich ist nunmehr unter Baxalta zusammengeführt – was insbesondere Österreich betrifft.

„Kein anderes Land hatte größere Herausforderungen zu meistern”, erklärt Karl-Heinz Hofbauer, Vorstandsmitglied und Plant Manager Wien. Warum? Weil Österreich der größte Standort von Baxter außerhalb der USA und der wichtigste Forschungsstandort des nun ausgelagerten Geschäftsbereichs BioScience weltweit war respektive ist. „Mit mehr als 4.000 Mitarbeitern ist Österreich heute die größte Niederlassung von Baxalta, die weltweit rund 16.000 Menschen beschäftigt”, präzisiert Hofbauer. 90% der in Österreich entwickelten Produkte gehen in den Export.

„Keine Lifestyle-Pillen”

Das Rebranding an den heimischen Standorten Wien, Orth an der Donau und Krems erfolgte in nur zwei Monaten. Die Struktur steht, die Strategie ist klar: Baxalta positioniert sich als hochinnovatives Biotechnologieunternehmen für seltene und schwere Erkrankungen. Zentrales Anliegen: „Wir produzieren keine Lifestyle-Pillen, sondern wollen die Lebensqualität schwer erkrankter Menschen verbessern”, stellt Roland Bindeus, Geschäftsführer des Baxalta Vertriebs in Österreich, klar. Sein Ziel: „20 neue Produkte bis zum Jahr 2020.”

Setzte das Unternehmen bisher auf Indikationen im Bereich Immunologie und Hämophilie (Bluterkrankheit), soll nun neu auch die Onkologie hinzukommen.Einstweilen zeichnet sich eine Innovation in der Immumologie ab – Immunglobuline, die nicht mehr mehrmals wöchentlich, sondern nur noch einmal im Monat verabreicht werden müssen – und „eine Revolution in der Hämatologie”, wie Bindeus erklärt: Eine somatische Gentherapie für Hämophilie-Patienten, bei der ein künstliches Virus gesunde Informationen in kranke Zellen einschleust. Bindeus jedenfalls ist zuversichtlich: „Wir werden dieses Jahr mit einem guten Plus abschließen und auch in Zukunft wachsen.” Wegen einer gut gefüllten Pipeline.

Kräftiges Wachstum

Baxalta Incorporated notiert seit Juli unter dem Kürzel BXLT an der New Yorker Börse. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 konnte der Konzern seine Umsätze um rund 8% auf 2,87 Mrd. USD erhöhen. Das Unternehmen sieht sich mit einer vollen Pipeline gut gerüstet und will das eigene Portfolio in den Bereichen Rare und Orphan Diseases mit Übernahmen und Kooperationen stärken. Die gute Positionierung ließ den Konzern auch das jüngste Übernahmeangebot des irische Konzern Shire ablehnen.

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