HEALTH ECONOMY
© Themis Bioscience

ImpfstoffErich Tauber, CEO von Themis Bioscience, arbeitet zusammen mit dem US-Konzern MSD an einem Corona-Impfstoff.

Redaktion 04.09.2020

„Aberwitziger Wettlauf”

Der Chef des Wiener Biotech-Unternehmens Themis Bioscience kritisiert den Wettlauf um einen Corona-Impfstoff als Risiko.

ALPBACH/WIEN. Im Februar hat das Biotech-Unternehmen Themis Bioscience begonnen, an einem Impfstoff gegen das Virus SARS-CoV-2 zu arbeiten. Ende Mai wurde die Firma vom US-Konzern MSD übernommen – und findet sich nun inmitten des weltweiten Wettlaufs um einen Impfstoff.

Geschäftsführer Erich Tauber warnte nun am Rand der Alpbacher Technologie-Gespräche vor übereilten Lösungen. „Wir sehen uns nicht als die, die am Start drängeln, sondern als die, die am Ende mit einer wirklich ausgezeichneten Lösung dastehen werden”, sagte Tauber „Das Problem ist auch: Wenn die Schnellstarter bei Kilometer zehn daliegen, muss man aufpassen, dass man nicht drüberstolpert.”

Risiko bei Fehlern

Namentlich nennt der Themis-CEO keine Mitbewerber, aber er geht mit Unternehmen, die sich „in diesem aberwitzigen Wettlauf” aus nationalistischen Gründen oder „sehr stark börsenmotiviert” darauf konzentrieren, die schnellsten zu sein, scharf ins Gericht. Gehe dabei etwas schief oder habe ein Impfstoff Nebenwirkungen, befeuere das die wachsende Impfskepsis in der Bevölkerung und das könne alle Bemühungen vernichten. Themis will dagegen auf eine ausgereifte Lösung setzen; derzeit laufen Studien in Belgien und Frankreich. (red)

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