HEALTH ECONOMY
© APA/Herbert P. Oczeret

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser verhandelt mit Ländern und Kassen.

09.10.2015

Ärzte-Angebot soll besser werden

Gesundheitsministerin Oberhauser startet die Verhandlungen über das bereits im Vorfeld umstrittene Primärversorgungsgesetz. Es soll die niedergelassene Versorgung verbessern.

••• Von Ina Karin Schriebl

WIEN. In diesen Tagen starten laut Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) die Verhandlungen zur Primärversorgung. Ziele sind die Entlastung teurer Spitalsambulanzen und längere Öffnungszeiten sowie bessere Angebote im niedergelassenen Bereich. Ein Mittel dazu sind unter anderem sogenannte Primärversorgungszentren, wo mehrere Allgemeinmediziner mit anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten sollen.

Mit Ländern und den Sozialversicherungen will Oberhauser über bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen sprechen, um eine „nachhaltige, kontinuierliche und beständige” Versorgung der ­Patienten zu gewährleisten. „Vom Neusiedlersee bis zum Bodensee” müsse es einheitliche Regelungen geben, merkte Oberhauser bei der Sitzung des parlamentarischen Gesundheitsauschusses an. Völlig außer Streit stehe, dass eine wohnortnahe Versorgung der Patienten aufrechterhalten werden solle.

Oberhauser weist Kritik zurück

Nie sei geplant gewesen, dass die Primärversorgungsstrukturen den Hausarzt ersetzen, entgegnete die Ministerin Bedenken der Ärztekammer und FPÖ. „Aber es wäre schon einmal wichtig, dass die einzelnen Mediziner in einer Gemeinde die Öffnungszeiten koordinieren, damit die Bevölkerung an allen Tagen versorgt ist.” Im Zuge der Gespräche werde man auch über die Ausgestaltung der Hausapotheken oder die Lehrpraxen reden müssen.

Bei den Patienten kommt der Ausbau der Primärversorgung offenbar gut an. Das zeigt eine Anayse des Mitte Mai als Pilotprojekt eröffneten, ersten Primärversorgungszentrums. Nach rund vier Monaten Betrieb zogen nun Wiener Gebietskrankenkasse und Stadt eine positive Bilanz. In einer Studie, bei der 203 Patienten des ersten PHC-Zentrums befragt wurden, fiel das Resümee jedenfalls recht positiv aus: 93% waren mit ihrem Besuch in dem Zentrum sehr zufrieden. Allerdings scheint das Zentrum derzeit in erster Linie als erweiterte Arztpraxis wahrgenommen zu werden: 62% wussten nicht über die Mehrangebote Bescheid.

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL