HEALTH ECONOMY
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EU-weit gibt die Pharmaindustrie pro Jahr 11,8 Mrd. Euro für Krebsforschung aus. Der Bereich ist ein Hoffnungsmarkt.

Redaktion 21.02.2020

Forschung, die hilft

Schwerpunkt Krebs – Teil 3 Pharmaunternehmen geben Milliarden aus und stemmen drei Viertel der Krebsforschung.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Krebs ist in Österreich die am stärksten beforschte Krankheit. Von 455 industriegesponserten Prüfungen im Jahr 2018 in Österreich entfielen 206 (45,3%) auf die Onkologie. Kontinuierliche Forschung in der Onkologie ermöglicht exaktere Diagnosemöglichkeiten und innovative Therapien, die Lebensdauer und Lebensqualität der Betroffenen steigern, sagt die Industrie.

„Die Krebsforschung in Österreich ist nicht zu unterschätzen, gleichzeitig gibt es hier noch sehr viel Luft nach oben. Je mehr Forschungsprojekte in Österreich realisiert werden, umso besser ist das für die Versorgung von Krebspatienten”, sagt Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog. Allein in den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Österreich von rund 36.500 auf 41.000 gewachsen. Neben immer besseren und exakteren Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten ist diese Entwicklung auch auf ein größeres Bevölkerungswachstum sowie eine gestiegene Lebenserwartung zurückzuführen. Derzeit sind der Medizin mehr als 250 Krebsarten bekannt. Die Erforschung und Behandlung jeder einzelnen von ihnen gilt als äußerst komplex.

72% der Forschungsausgaben

Laut einer aktuellen Studie des schwedischen Instituts für Gesundheitsökonomie IHE haben sich die Forschungsausgaben zur Bekämpfung von Krebs seit 2005 von 4,1 Mrd. € pro Jahr auf 11,8 Mrd. € beinahe verdreifacht. Während vor 15 Jahren Investitionen der forschenden Firmen noch beinahe gleichauf mit den öffentlichen Forschungsausgaben gelegen sind, zeigen neue Zahlen eine deutliche Verlagerung Richtung Pharmaindustrie. Die Unternehmen der Branche finanzieren mittlerweile 72% der Krebs-Forschung, rechnet der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) vor.

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