LUXURY BRANDS & RETAIL
© Ciro (4)

Vergoldetes Silber oder 18karätiges Gold, Imitationssteine oder Labordiamanten – in den Kollektionen von Ciro gibt es Schmuck in allen Varianten und Facetten.

britta biron 25.09.2020

Glamourös & nachhaltig

Die österreichische Modeschmuckmarke Ciro erweitert das Sortiment und den E-Commerce.

Wien. Modeschmuck und Echtschmuck waren einst zwei komplett getrennte Bereiche, aber seit einigen Jahren verschwimmen die Grenzen immer mehr. Auf der einen Seite wird Gold mit Kristallen kombiniert, auf der anderen Seite Edelstahl- oder vergoldeter Schmuck mit Diamanten und anderen Edelsteinen besetzt. Und seit der technische Fortschritt auch laborgezüchtete Diamanten in Schmuckqualität möglich gemacht hat und neben ambitionierten Start-ups selbst der Diamanten-Konzern deBeers sie über eine eigene Marke ins Programm genommen hat, gibt es noch zusätzliche Facetten.

Ethisch & ästhetisch

„Der Handel mit Diamanten und anderen Edelsteinen ist eines der schillerndsten Geschäfte, doch er ist im Umbruch. Wo ein Stein herkommt, hatte lange kaum jemanden interessiert. Dieses Geschäftsmodell geriet in den letzten Jahren immer mehr unter Druck, als vor allem ein neuer Faktor in der Rechnung auftauchte: die Moral”, sagt ­Stefan Koller, Creative Director der Schmuckmarke Ciro, bei der hochwertige Imitationen schon eine lange Tradition haben. „Bereits in den 1970er-Jahren haben wir den Cirolit eingeführt und patentiert. Der Triple-A-Kubikzirkonoxid hat selbst für das geschulte Auge alle Eigenschaften eines echten Diamanten, ist in allen gängigen Schliffen erhältlich und verlangt keinerlei umweltschädliche Chemikalien, geschweige umweltbelas­tenden Minenabbau.”

Hightech-Steine

Mittlerweile funkeln in den Kreationen von Ciro neben dem farblosen Cirolit auch noch andere hochwertige Imitationssteine, wie Moissanit und Nanoglas, und seit Neuestem werden auch Labordiamanten verwendet.
„Echte Edelsteine wird es bei uns auch in Zukunft nicht geben. Wir wollen unserem Urkonzept der besten imitations-Qualität auch weiter treu bleiben.”
Mehr Echtheit gibt es in einem anderen Bereich: „Ausgewählte Schmuckstücke bieten wir jetzt auch in 18karätigem Gold an”, sagt Koller. „Ende Oktober werden wir dann eine völlig neue Cocktail-Linie mit drei Kollektionen launchen. Ähnlich wie die First Love-Linie, die Ende 2019 eingeführt wurde und sowohl bei einem neuen, eher jungen Publikum als auch den Stammkunden sehr gut ankommt, wird sie auch sehr zart sein, aber mit modernen Motiven.”

Online-Offensive

Eine weitere Neuerung betrifft den Vertrieb – voraussichtlich Anfang Oktober wird der neue Webshop online gehen.
„Das Design entspricht viel besser unserer CI, und auch die Verwendung der Seite wurde vereinfacht. Die wichtigsten Änderungen zu unserem bisherigen Onlineshop betreffen allerdings jenen Part, der im Hintergrund läuft, also Verknüpfungen, Automatisierung und SEOs. Die neue Programmierung soll dabei helfen, dass die Marke online generell präsenter und einfacher gefunden wird. Wir rechnen damit, dass wir den Umsatzanteil des Onlinegeschäfts im ersten Jahr auf mindestens 20 Prozent steigern können.”
Die haptische Komponente beim Schmuckkauf werde bei Ciro aber weiterhin einen hohen Stellenwert haben – sei es im eigenen Markenstore auf der Kärntnerstraße oder ein paar Schritte weiter in der Schmuckabteilung des Kaufhauses Steffl.
Entsprechend einschneidend waren daher auch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-bedingten Lockdowns. Vom gewohnten Umsatzniveau sei man noch weit entfernt, da vor allem die Shoppingtouristen aus Asien und den USA fehlen.
Die für heuer geplante Expansion nach Deutschland hat man vorläufig auf Eis gelegt. „Jetzt geht es in erster Linie darum, die Stellung am Heimatmarkt zu festigen.” Dazu gehören auch Kooperationen mit Juwelieren und anderen Handelspartnern. „Um konkrete Namen zu nennen, ist es jetzt allerdings noch zu früh.”

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