MARKETING & MEDIA
© Lukas Jahn (2)

Christoph Auböck, Head of Research, Media1, und Sarah Schwarzinger, Junior Strategy & Business Innovation Manager Mediaplus Austria.

Redaktion 10.12.2021

Gesucht: Junge TV-Enthusiasten

Der TV-Junkie, der ausschließlich lineares Fernsehen sieht, ist mittlerweile eine Minderheit.

Gastbeitrag ••• Von Christoph Auböck und Sarah Schwarzinger

WIEN. YouTube, Chatten, Social Media, Podcast hören und Onlinespiele – so sieht der typische Tag der Generation Y und Z aus. Die Studie „Generation Video 3.0”, die Mediaplus Austria und Media1 nun schon im dritten Jahr veröffentlichen, schlüsselt die Bewegtbildnutzung der 14- bis 29-Jährigen auf. 14- bis 22-Jährige (Z) und 23- bis 29-Jährige (Y) unterscheiden sich bei den genannten Kanälen nur marginal.

Dann doch lieber Podcast

Während die ältere Gen Z sich hie und da noch in den nicht-linearen Mediatheken verlustiert, hören die 22- bis 29-Jährigen lieber Podcasts. Videos auf YouTube stehen mit einem circa 20%igen Anteil an der Internetnutzung bei beiden hoch im Kurs.

Klassisches TV spielt nach wie vor auch für Digital Natives eine Rolle. Der TV-Enthusiast, der ausschließlich lineares Fernsehen sieht, ist aber mittlerweile eine Minderheit. Der Großteil der jüngeren Generationen bevorzugt nach wie vor den Mix aus TV, Streaming-Angeboten und Mediatheken.

Wird hier nur gestreamt?

Jeder Dritte bezeichnet sich sogar als reinen Streamer, ein Anteil, der seit 2019 massiv gestiegen ist: von 19 auf 31%. Zum Bingewatchen bekennen sich in dieser Gruppierung vor allem die Vertreter der Generation Z. Zwei Drittel von ihnen lieben es, mehrere Folgen einer Serie hintereinander zu schauen.

Dass sie das tun können, wann immer sie wollen, fällt bei 63% in die Waagschale, 37% schätzen an den Streamingportalen die Verfügbarbarkeit von Originalfassungen, für 38% ist es einfach wichtig, im Lean-Back-Modus entspannen zu können.
Dass zwei Drittel der reinen Streamer von Werbe-Unterbrechungen genervt sind, ist mit ein Grund, dass sie auf diese Portale setzen. 58% finden am linearen TV-Programm so gar keinen Geschmack, jeder zweite nutzt TV noch nicht einmal für Nachrichten, hier ist Online das Informationsmedium der ersten Wahl.

Eine Plattform allein ist den meisten allerdings nicht genug, Insgesamt 37 Prozent finden es sehr ärgerlich, dass ihre Lieblingsserien und Filme auf verschiedenen Plattformen laufen. Jeder Fünfte ist aber bereit, ein Probeabo für eine Serie abzuschließen, nur jeder Sechste kündigte das Abo dann auch wieder nach Ablauf einer bestimmten Serie.

Es gibt sie natürlich noch, die reinen TV-Enthusiasten, doch ihre Zahl nimmt rasant ab – von elf Prozent in 2019 auf nunmehr nur noch sechs Prozent. Allerdings nutzt auch jeder zweite von diesen loyalen TV-Nutzern das TV-Gerät, um sich berieseln zu lassen, bei ebenso vielen läuft das Fernsehen einfach nur nebenbei. 60% der reinen TV-Nutzer sehen Fernsehen als gute Unterhaltungsmöglichkeit. Ein gutes Drittel schaut dort bevorzugt Nachrichten.

Die Studie hat auch Multiuser untersucht, diejenigen also, die sowohl TV als auch Streaming-Angebote schätzen; ihre Zahl sank in den letzten drei Jahren von 29 auf 23%. Multiuser nutzen beide Medien mindestens ein bis zwei Stunden täglich, mit 56% ist der Anteil der 23- bis 29-Jährigen hier überproportional zur Generation Z vertreten.

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