MARKETING & MEDIA
Redaktion 11.12.2020

Ist es denn schon wieder so weit?

Ich fürchte, auch Ende 2021 werden wir, wie 2020, die großen Dinge nicht angegangen haben.

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

SAME SAME. Vor vielen Jahren gab es mit Luigi Heinrich einen österreichischen Journalisten, der bei jeder Pressekonferenz des ORF, egal um welches Thema es sich drehte, stets die gleiche Frage stellte und zwar: „Wann kommt das Live-Tor ins Radio zurück?” und meinte damit Live-Einstiege ins laufende Ö3-Programm, wenn gerade bei irgendeinem vermeintlich wichtigen Spiel ein Tor gefallen war. Das dürfte früher wohl im Hörfunk Usus gewesen sein, wurde dann abgeschafft und ihm seitdem gefehlt haben. Da das Live-Tor offensichtlich nie mehr den Weg zurück ins Radio fand, gab der Kollege auch seine Forderung auf.

Von Werbeabgabe bis Digitalsteuer

Ähnlich verhält es sich mit diversen Forderungen der heimischen Medienwirtschaft an den Gesetzgeber – etwa die Forderung nach Abschaffung der Werbeabgabe. Gefühlt fünf Mal wurde sie bereits von der Politik abgeschafft – passiert ist bis heute nichts, und so erleiden diverse Medienmanager einen regelrechten Lachkrampf, wenn man sie nach ihrer ewigen Forderung an die Politik, die Werbeabgabe doch endlich abzuschaffen, fragt. Sie haben auch aufgegeben.

Kommt Digitalsteuer doch?

Ein ähnliches Schicksal droht der sogenannten Digitalsteuer, wenn es einerseits um die Frage geht, wie man für Google, Facebook & Co. endlich eine Steuergerechtigkeit herbeiführt und andererseits, wie man sie dazu bringt, für deren Nutzung von anderen, teuer erstellten Medien­inhalten einen gerechten Anteil zu bezahlen.

Dank diverser Partikularinteressen von Ländern wie Irland scheint eine Einigung in der EU bis auf Weiteres nicht zu gelingen.

Anders in Australien – hier verordnet der Gesetzgeber Google, sich mit den Medien auf eine Abgabe zu einigen, sonst wird er sie verordnen; und in den USA, man höre und staune, gibt es Überlegungen, über eine Zerschlagung von Facebook zumindest nachzudenken.

Wer weiß, vielleicht heißt es am Ende von 2021 in meinem Kommentar doch nicht „same same”.

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