MARKETING & MEDIA
Redaktion 20.09.2019

Selbstverständlich wie ein Fitness-Abo

Der VÖZ wirbt für das Print-Abo – und ja, es sollte so selbstverständlich sein wie alle anderen.

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

DAUERHAFT. Mit dem Slogan „Das Abo für den Kopf” wirbt der Verband Österreichischer Zeitungen mit einer von DMB kreierten Kampagne unter anderem dafür, dass ein Abo für ein Printmedium genau so selbstverständlich sein sollte, wie jenes für das Fitness-Studio oder für Netflix, Amazon Prime & Co.

Und ja, es stellt sich wirklich die Frage, weshalb man leichtfertig zwischen 19,90 und 120 Euro im Monat (und ich spreche hier aus eigener, leidvoller Erfahrung) für ein Abo im Fitness-Studio ausgibt, wo man dann eh nie hingeht, aber es den Menschen offenbar schwerfällt, monatlich ein paar Euro für etwas auszugeben, was einem gerade in Zeiten wie diesen Inhalte liefert, wo man sich darauf verlassen kann, dass sie auch vertrauenswürdig sind.
Es liegt vielleicht auch daran, dass man – vor allem in der digitalen Welt – irgendwann von PayWalls zu sprechen begann, die es offenbar zu überwinden gilt.
Und wer klettert schon gern über Wände oder rennt mit dem Kopf dagegen, denn schon allein die Wortwahl hat etwas Negatives an sich, statt dass man lieber die Inhalte, die es für dieses Geld gäbe, in den Vordergrund stellt.
Und genau das macht nun die aktuelle Kampagne mit wie ich finde sehr treffsicheren Slogans.
Man wird nun abwarten müssen, ob das Abo im Kopf dort auch tatsächlich ankommt.

Das Netz ist eine Bitch!

Der verstorbene „ZiB”-Moderator Robert Hochner hat einmal gesagt, die Rache der Journalisten an den Politikern sei das Archiv. Auf heute übertragen, könnte man sagen, die Rache der Netzgemeinde an den Politikern ist die Suchmaschine, wo man binnen Sekunden Behauptetes auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen kann.

Und da verwundert es dann, dass Sebastian Kurz, anders als im Wahlkampf 2017, nun behauptet, nicht mehr aus dem zwölften Wiener Gemeindebezirk zu kommen, sondern aus einem kleinen 100-Seelen-Kaff in Niederösterreich – als Meidlinger wär ich jetzt ganz schön ang’fressen.

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL